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Nach Unfall-Serie : Miet-E-Roller in Mailand vorerst verboten

Nach einem schweren Unfall, den der Nutzer eines Mietrollers verursacht hatte, ermittelt die Mailänder Staatsanwaltschaft, ob der Verleiher die erforderlichen Sicherheitsstandards verletzte (Symbolbild). Bild: dpa

Mailand verbannt vorerst sämtliche E-Tretroller von seinen Straßen – die Konsequenz aus eine Reihe schwerer Unfälle, die die Stadt in Atem halten.

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          Mailand hat bei den E-Tretrollern energisch auf die Bremse getreten. Die Stadtverwaltung erließ eine Anordnung, wonach bis zum Wochenende sämtliche Mietroller von den Anbietern entfernt werden müssen. Damit reagierte das Rathaus auf mehrere Unfälle mit Fußgängern und auf noch mehr Beschwerden über die Flut von Tretrollern.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Nach einem schweren Unfall, den der Nutzer eines Mietrollers verursacht hatte, ermittelt die Mailänder Staatsanwaltschaft, ob der Verleiher die erforderlichen Sicherheitsstandards verletzte. Auch die mögliche Mitverantwortung der Stadtverwaltung bei diesem und anderen Unfällen überprüfen die Strafverfolger. Für besonders viel Unmut in der Bevölkerung und unter Besuchern der Stadt sorgen Nutzer, die E-Tretroller in Einkaufspassagen fahren. Das ist grundsätzlich verboten.

          Von der Anordnung sind vorerst nur die sieben Anbieter der Mietroller betroffen. Private E-Roller können gemäß den geltenden gesetzlichen Bestimmungen weiter benutzt werden. Es handelt sich aber nicht um einen dauerhaften Bann der Tretroller. Die Roller sollen wieder vermietet werden können, wenn die vom Innenministerium in Rom festgelegten Voraussetzungen erfüllt sind. Verkehrsminister Danilo Toninelli von der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung hatte Ende Juli ein Dekret zur probeweisen Zulassung der elektrischen Tretroller erlassen. Für die Testphase wurden neben Mailand auch die Städte Cattolica, Pesaro, Rimini und Turin ausgewählt.

          Maximal sechs Stundenkilometer

          Vorerst dürfen E-Roller in Italien nur in Fußgängerzonen und mit einer maximalen Geschwindigkeit von sechs Stundenkilometern verkehren. Radwege, geteilte Fußgänger- und Radstreifen sowie Straßen in Tempo-30-Zonen dürfen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern ist erst dann befahren werden, wenn die Kommune zuvor entsprechenden Hinweisschilder hat aufstellen lassen. Nur Personen, die mindestens 18 Jahre alt sind, dürfen die E-Tretroller auf öffentlichen Straßen und Plätzen nutzen. Eine Helmpflicht besteht nicht.

          Weil Mailand vor und während der Testphase die erforderlichen Schilder noch nicht hatte aufstellen können, kam es jetzt zum vorübergehenden Verbot der Miet-Roller. In den anderen Städten, die für die landesweite Testphase ausgewählt wurden, gibt es bisher keine Einschränkungen sowohl für die Anbieter von Mietrollern als auch für Privatleute. In Deutschland sind die E-Tretroller seit zwei Monaten zugelassen.

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