https://www.faz.net/-gum-12w3v

Michael Jackson : Zweite Autopsie soll Klarheit bringen

  • Aktualisiert am

Möchte Klarheit über den Tod ihres Sohnes: Katherine Jackson Bild: AFP

Drei Tage nach dem plötzlichen Tod Michael Jacksons hat seine Familie eine weitere Autopsie angeordnet, um die Todesursache zu klären. Unterdessen werden immer mehr Details aus Jacksons Leben bekannt. Nach Aussagen eines Kindermädchens war er tablettenabhängig - und sein Zustand katastrophal.

          3 Min.

          Die Familie des gestorbenen Popstars Michael Jackson hat nach Angaben der „Los Angeles Times“ eine zweite Autopsie von einem privaten Pathologen vornehmen lassen. Über die Ergebnisse wurde nichts bekannt. Die Zeitung schrieb unter Berufung auf den früheren Chefleichenbeschauer der Stadt New York, Michael Baden, dass die Familie damit schneller mehr Informationen bekommen könne, als es nach der offiziellen Autopsie möglich sei. Ein privater Pathologe könne mit Hilfe eines privaten Labors innerhalb von ein bis zwei Wochen zu Resultaten kommen.

          Die Familie ist mehreren Medienberichten zufolge zunehmend beunruhigt und verstört, weil sie keine Informationen bekommt. Die offizielle Obduktion am Freitag war ohne endgültiges Ergebnis geblieben. „Es gab keine Anzeichen für äußere Verletzungen oder Mord“, sagte der Sprecher der Gerichtsmedizin, Craig Harvey, am Freitag (Ortszeit) nach der rund dreistündigen Autopsie. Das Ergebnis der genauen toxologischen Untersuchung wird erst in vier bis sechs Wochen erwartet. Dafür rankten sich umso mehr Spekulationen um die mutmaßliche Tablettensucht des Megastars und eine letzte Morphiumspritze, die er etwa eine halbe Stunde vor seinem Herzstillstand bekommen haben soll (Michael Jacksons Tod: Eine letzte Dosis Demerol).

          Kindermädchen: „Musste mehrfach Jacksons Magen auspumpen“

          Die britische Tageszeitung „The Sun“ berichtete unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Vertrauten, dass Jackson in den Vorbereitungen auf seine Konzerte auch mit psychischen Problemen zu kämpfen gehabt habe. Der Sänger habe bezweifelt, die 50 geplanten Auftritte durchstehen zu können. Zugleich habe er gefürchtet, im Falle einer Absage seines Comebacks ermordet zu werden. In einem Interview mit dem US-Sender Fox schloss Jacksons Vater Joe hingegen aus, dass sein Sohn an dem Stress zerbrochen sein könnte. Verschiedene Quellen, darunter der Konzertveranstalter AEG Live, beschrieben Jacksons Gesundheitszustand in der Vorbereitung auf sein Bühnenprogramm als gut. Er habe täglich drei Stunden trainiert und ärztliche Tests problemlos bestanden.

          „Sie habe ihm regelmäßig den Magen ausgepumpt”, sagte Grace Rwaramba der britischen Sunday Times
          „Sie habe ihm regelmäßig den Magen ausgepumpt”, sagte Grace Rwaramba der britischen Sunday Times : Bild: dpa

          Grace Rwaramba, langjähriges Kindermädchen von Jacksons Söhnen Prince Michael und Prince Michael II. und Tochter Paris, erzählte der britischen „News of the World“ von einer jahrelangen Medikamentensucht des Sängers. Nach vermeintlichen Überdosen habe sie ihm mehrfach den Magen auspumpen müssen. Rwaramba zufolge herrschte in Jacksons Familie nach der Todesnachricht nicht nur Trauer. Sie habe kurz nach dem Ableben Jacksons einen Anruf von einem Verwandten des Sängers erhalten. Der namentlich nicht genannte Angehörige habe sie gefragt, wo Jackson sein Bargeld versteckt hielt.

          Leiche an unbekannten Ort gebracht

          Der Leichnam des Sängers wurde am Samstag aus dem gerichtsmedizinischen Institut in Los Angeles an einen geheim gehaltenen Ort gebracht. Auf Wunsch der Familie werde die Leichenhalle nicht genannt, sagte der Gerichtsmediziner Ed Winter. Jackson, einer der größten Popstars aller Zeiten, war am Donnerstag völlig überraschend im Alter von 50 Jahren gestorben. Er erlitt in seiner Villa einen Herzstillstand. Vater Joe Jackson hatte laut Medienberichten vom Samstag gesagt: „Die Wahrheit muss noch herauskommen“. Denn auch mehr als 48 Stunden nach dem Tod des „King of Pop“ gibt es mehr Fragen als Antworten: Woran starb er? Was geschah in den Stunden vor seinem Tod? Was passiert mit seinem Erbe und vor allem mit seinen drei Kindern Prince (12), Paris (11) und Blanket (7)?

          Laut „People“-Magazin verweigern zudem Jacksons Rechtsanwälte den Angehörigen das Testament. „Die Familie hat keine Ahnung, was sie tun soll. Sie wissen noch nichtmal, wann sie ihn beerdigen sollen“, sagte ein Informant. „Sie bekommen keine Antworten von Michaels Anwälten.“ Jacksons Privatarzt Conrad Murray, der den Star ständig begleitete, hatte ihn nach dem Zusammenbruch wiederzubeleben versucht. Die Polizei beschlagnahmte später das Auto des Herzspezialisten, nannte ihn aber ausdrücklich nicht verdächtig. Der amerikanische Bürgerrechtler Jesse Jackson berichtete nach einem Besuch bei den Eltern, der Privatarzt des Popstars entziehe sich einem Gespräch mit der Familie.

          Tauziehen um Jacksons Kinder

          Unterdessen gibt es Anzeichen, dass es zu einem Tauziehen um die Kinder kommt. Medienberichten zufolge erwägt Jacksons frühere Frau Debbie Rowe, Anspruch auf das Sorgerecht für die beiden älteren Kinder zu erheben, deren leibliche Mutter sie ist. Die Mutter des kleinen Blanket ist nicht bekannt. Alle drei Kinder wollten jedoch bei den Großeltern bleiben, berichtete der Internetdienst tmz.com unter Hinweis auf Angehörige. Die Familie stehe hinter diesem Wunsch. Derzeit sind die Kinder in der Obhut ihrer Großmutter, Katherine Jackson.

          Weitere Themen

          Drei weitere Tote nach Explosion geborgen Video-Seite öffnen

          Leverkusen : Drei weitere Tote nach Explosion geborgen

          Zwei Tage nach der schweren Explosion im Leverkusener Chemiepark haben Einsatzkräfte drei weitere Tote aus den Trümmern geborgen. Die Gesamtzahl der bei dem Unglück getöteten Menschen steigt damit auf fünf.

          Das Dioxin danach

          Nach Explosion in Leverkusen : Das Dioxin danach

          Zwei Tage nach der Explosion in einer Müllverbrennungsanlage haben Einsatzkräfte drei weitere Menschen tot in den Trümmern gefunden. Zwei Menschen werden weiter vermisst.

          Topmeldungen

          Eine Schülerin einer Abschlussklasse wird im Impfzentrum an der Messe München geimpft.

          Leopoldina-Forscher Falk : „Klappe halten, impfen lassen“

          Spitzenforscher Armin Falk fordert eine Impfpflicht und findet, dass der Impfstatus bei der Triage eine Rolle spielen sollte. An Politiker, die sich nicht impfen lassen, hat er eine klare Ansage.
          Die Detonation hatte sich am Dienstagmorgen in einem Tanklager des Chemparks – einem Gelände mit Chemie-Unternehmen – ereignet.

          Nach Explosion in Leverkusen : Das Dioxin danach

          Zwei Tage nach der Explosion in einer Müllverbrennungsanlage haben Einsatzkräfte drei weitere Menschen tot in den Trümmern gefunden. Zwei Menschen werden weiter vermisst.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.