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Michael Jackson ist tot : Eine Figur voller Talent und Tragik

  • -Aktualisiert am

Die Fans, die sich kurz nach der Todesnachricht vor dem Krankenhaus einfanden, reagierten fassungslos Bild: REUTERS

Kurz vor dem geplanten Konzertmarathon im Juli ist Pop-Ikone Michael Jackson am Donnerstag im Alter von 50 Jahren gestorben. Als Todesursache wurde Herzversagen angegeben, die Autopsie steht jedoch noch aus. Fans und Prominente auf der ganzen Welt zeigten sich tief bestürzt. Jacksons Alben erobern derweil wieder die Charts.

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          Kurz vor neunzehn Uhr kalifornischer Zeit zeigen Amerikas TV-Nachrichtensender einen Hubschrauber auf dem Weg zum amtlichen Leichenbeschauer. Es sind die sterblichen Überreste Michael Jacksons, die vom Ronald Reagan UCLA Medical Center, dem Hospital der University of California in Los Angeles, zum gerichtsmedizinischen Institut der Stadt gebracht werden.

          Der Popstar war von der nur wenige Autominuten entfernten Villa, die er im Ortsteil Bel Air für angeblich hunderttausend Dollar pro Monat gemietet hatte, vom Notdienst der Feuerwehr von Los Angeles ins Krankenhaus eingeliefert und dort um 14.26 Uhr Ortszeit für tot erklärt worden. Als Todesursache wurde Herzversagen angegeben. Michael Jacksons Bruder Jermaine bat jedoch die Medien, die Ergebnisse der Autopsie abzuwarten.

          Stress vor dem anstehenden Konzertmarathon

          Ärzte hatten über eine Stunde vergeblich um das Leben des Patienten gekämpft, wie ein sichtlich erschütterter Jermaine Jackson vor Journalisten sagte. Jackson hatte sich in Los Angeles auf seinen Konzertmarathon ab 13. Juli in London vorbereitet. Bekannte wie der Illusionist Uri Geller machten den Stress mit für den frühen Tod des Künstlers verantwortlich (siehe auch: Video: Jacksons letzter Comebackversuch). In den vergangenen Monaten war wiederholt über Jacksons Gesundheitszustand und angeblich gefährliches Untergewicht spekuliert worden.

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          Michael Jackson ist tot : Eine Figur voller Talent und Tragik

          Eintrittskarten für die 50 Londoner Konzerte waren weltweit auch nach Jacksons Ableben etwa beim Auktionshaus Ebay gehandelt worden. Das Unternehmen beriet am Freitag mit Juristen darüber, ob die Versteigerungen abgebrochen werden sollten, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. Der Konzertveranstalter AEG Live wollte sich im Laufe des Freitags zum weiteren Prozedere äußern.

          „Die Welt hat einen ihrer Großen verloren“

          Nach Bekanntwerden des Todes hatten sich Fans vor der Klinik der University of California versammelt. Schockiert reagierten neben Jacksons früherer Frau Lisa Marie Presley auch Kollegen wie Whitney Houston und Quincy Jones sowie Regisseur Steven Spielberg. Junge Künstler wie Britney Spears und Justin Timberlake würdigten den 13-fachen Grammy-Preisträger als großes Vorbild. R'n'B-Sänger Usher sagte, der Afroamerikaner habe gesellschaftliche Barrieren durchbrochen und den Weg für Karrieren wie die des amerikanischen Präsidenten Barack Obama geebnet. Madonna war unter den Ersten, die öffentlich um Michael Jackson trauerten: „Ich kann nicht aufhören, über die traurige Nachricht zu weinen“, wird sie auf der Website der Zeitschrift „People“ zitiert. „Ich habe immer Michael Jackson bewundert. Die Welt hat einen ihrer Großen verloren, aber seine Musik wird für immer weiterleben.“

          Siehe dazu: Bestürzung über Michael Jacksons Tod

          John Landis, der Regisseur von Jacksons bahnbrechendem Video „Thriller“, sagte gegenüber der „Los Angeles Times“: „Er hatte ein mit Problemen belastetes und kompliziertes Leben und bleibt, trotz seiner Gaben, eine tragische Figur.“ Landis bezeichnete ihn aber auch als außerordentliches Talent und einen wahrhaft großen internationalen Star.“

          Vincent Paterson, der Regisseur und Choreograph, der mit ihm an mehreren Videos zusammenarbeitete, erinnerte sich, dass Jackson mit seinem Moonwalk Tage und Wochen lang beschäftigt war, bis der Tanz organisch aussah: „Er nahm die Idee, die er von einigen Kids auf der Straße übernommen hatte, und perfektionierte sie.“

          Tommy Mottola, einer der mächtigsten Männer dieser amerikanischen Musikindustrie und ehemaliger Chef von Sony Music, nannte ihn „den Grundpfeiler des gesamten Musikgeschäfts.“ Jackson habe die Kluft zwischen Rhythm and Blues und Pop überbrückt und so eine globale Kulturform geschaffen: „Niemand hat je getan, was er zu seiner Zeit tat, und niemand wird je tun, was er danach tat.“

          „Thriller“ wieder in den Top Ten

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