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Michael Jackson : Fotos zeigen fitten „Jacko“

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Der Veranstalter der geplanten Konzerttournee mit Michael Jackson hat Bilder veröffentlicht, die einen dynamischen Sänger bei den Proben zeigen. Jacksons Vater kündigte unterdessen die Gründung eines neuen Plattenlabels an. Er soll im Testament seines Sohnes nicht bedacht worden sein.

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          Michael Jackson hat kurz vor seinem Tod noch eifrig für sein geplantes Comeback geprobt und dabei äußerlich einen fitten Eindruck gemacht. Der Konzertveranstalter veröffentlichte am Dienstag Fotos des 50-Jährigen, wie er im Staples Center in Los Angeles noch zwei Tage vor seinem plötzlichen Herzversagen singt und tanzt. Auf den Fotos wirkt Jackson dynamisch und zufrieden. Im Hintergrund ist der Schriftzug „This is it“ zu sehen - das Motto seiner in London geplanten Konzertserie. Am Montag waren in verschiedenen Medien angebliche Proben-Bilder veröffentlicht worden. Die Fotos waren aber mehrere Jahre alt.

          Die Familie des verstorbenen Popsängers hat inzwischen die Kontrolle über Teile seines Vermögens und das vorübergehende Sorgerecht für alle drei Kinder erhalten. Ein Richter gewährte Jacksons Mutter am Montag begrenzte Kontrolle über Gegenstände aus dem Besitz ihres Sohnes. Sie wurden nicht einzeln genannt, offenbar ging es aber um Erinnerungsstücke, Kostüme, Aufnahmen und Trophäen aus Jacksons Anwesen „Neverland“. Der 79 Jahre alte Vater Joe Jackson kündigte die Gründung eines neuen Plattenlabels an, was Spekulationen um Dutzende unveröffentlichte Songs des „King of Pop“ neuen Auftrieb gab.

          Nach Angaben der Familie soll es kein gültiges Testament Jacksons geben. Richter Mitchell Beckloff gewährte der Familie jedoch zunächst keine Kontrolle über Jacksons Finanzanlagen. Darunter befindet sich die auf zwei Milliarden Dollar geschätzte 50-Prozent-Beteiligung am Musikkatalog Sony/ATV, der beispielsweise die Musik der Beatles, von Neil Diamond oder Bob Dylan einschließt.

          „This is it” lautete das Motto der Show

          Kinder unter Obhut ihrer Großmutter

          Einem Zeitungsbericht zufolge gibt es jedoch ein Testament aus dem Jahr 2002. Danach teilte der Sänger in diesem letzten Willen sein Erbe unter seiner Mutter, den drei Kindern und einer oder mehreren Wohltätigkeitsorganisationen auf, wie das „Wall Street Journal“ am Dienstag berichtete. Michael Jacksons Vater Joe ginge demnach leer aus. Dem Bericht zufolge könnte ein Rechtsanwalt das Testament, bei dem es sich angeblich um den aktuellsten Entwurf handelt, schon am Donnerstag einem Gericht in Los Angeles übergeben. Wie die Zeitung weiter berichtete, waren seit dem Tod des einstigen „King of Pop“ auch schon ein oder zwei Testamente aufgetaucht, die allerdings früher verfasst worden seien.

          Die drei Kinder Jacksons - Michael Joseph Jr. (12), Paris Michael Katherine (11) und Prince Michael II. (7) - werden nach Mitchells Beschluss zunächst unter die Obhut ihrer Oma gestellt. „Das ist es, wo sie hingehören“, sagte Joe Jackson vor Journalisten. „Wir werden uns um sie kümmern.“ Familienanwalt Londell McMillan fügte hinzu, von der leiblichen Mutter der ersten beiden Kinder, Deborah Rowe, habe die Familie bisher nichts gehört. Der jüngste Sohn wurde von einer Leihmutter geboren.

          Video zwei Wochen vor dem Tod fertiggestellt

          Gerichtsmediziner des Bezirks Los Angeles holten unterdessen Medikamente aus dem Haus des verstorbenen Popstars. Ed Winter und andere Ermittler, die die genaue Todesursache klären wollen, kamen mit zwei großen roten Plastiktüten aus dem gemieteten Anwesen. Winter erklärte, sie hätten die Medikamente aufgrund von Informationen eingesammelt, die die Polizei und die Gerichtsmedizin in den vergangenen Tagen gewonnen hätten. Weitere Angaben dazu, welche Medikamente eingesammelt wurden, wollte Winter nicht machen. Die Ermittlungen würden wohl noch vier bis fünf Wochen dauern.

          Familienanwalt McMillan sagte im NBC-Fernsehen, die Jacksons seien natürlich beunruhigt über Michaels Todesumstände. Der Sänger und Tänzer sei schließlich fit genug gewesen, für seine bevorstehenden Konzerte zu proben. Auf die Frage, ob die Familie von einem Verbrechen ausgehe, sagte er, diese Formulierung ginge zu weit. Der Anwalt von Jacksons Arzt Conrad Murray hatte zuvor Vorwürfe zurückgewiesen, dem 50-Jährigen seien zu viele Schmerzmittel gegeben worden.

          Preise der Konzertkarten für London werden rückerstattet

          Zwei Wochen vor seinem Tod hat Jackson nach Informationen der Nachrichtenagentur AP noch ein neues Video vollendet. An dem „Dome Projekt“ wurde fünf Wochen lang in den Culver Studios gearbeitet, wie zwei mit dem Projekt vertraute Personen sagten. Das Video sei nun in der Nachbearbeitung und werde vermutlich am 15. Juli fertiggestellt sein.

          Eine Regelung über die Beisetzung des „King of Pop“ stand offenbar noch aus. Sein Vater Joe erklärte, die Familie wolle zuerst noch die Ergebnisse der zweiten Autopsie abwarten. Er erwarte in Kürze Resultate. Die Familie des Popstars hatte wegen Zweifeln zur Rolle des Leibarztes von Jackson eine zweite Autopsie beantragt. Zugleich wies Joe Jackson Berichte zurück, sein Sohn werde auf der Neverland-Ranch beigesetzt.

          Mehr als 750.000 Jackson-Fans, die sich Karten für eines der geplanten 50 Konzerte in London gekauft hatten, können inzwischen aufatmen. Allen Käufern werde die Möglichkeit einer vollen Rückerstattung oder die Ausstellung eines Souvenirtickets eingeräumt, erklärte der Veranstalter AEG. Damit wollte das Unternehmen offenbar die Verluste aus der Absage der Konzerte begrenzen. Die Tickets hatten zwischen 82 und 124 Dollar gekostet - und auf dem Schwarzmarkt ein Vielfaches davon.

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