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Abschied von einem Idol : Jackson soll in „Neverland“ aufgebahrt werden

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Überall auf der Welt trauern die Fans weiter um Michael Jackson Bild: REUTERS

Die Leiche von Pop-Legende Michael Jackson soll ab Donnerstag in seiner Ranch „Neverland“ aufgebahrt werden. Das berichten amerikanische Medien. Ab Freitag sollen sich dort auch die Fans vom „King of Pop“ verabschieden können. Unterdessen weitet die Polizei ihre Ermittlungen offenbar auf Jacksons Ärzte aus.

          Die sterblichen Überreste von Popstar Michael Jackson sollen laut amerikanischen Medienberichten ab Donnerstag auf dessen Phantasie-Ranch „Neverland“ in Kalifornien aufgebahrt werden. Die Familie wolle auf diese Weise Abschied von dem Verstorbenen nehmen, der nach der Totenwache an einem bislang geheimgehaltenen Ort bestattet werden soll, berichteten der Sender CNN und die Webseite TMZ.com am Dienstag. Am Freitag solle die Öffentlichkeit Zugang zu Neverland bekommen, hieß es weiter.

          Bei der Polizei sei bereits ein Antrag auf Genehmigung eines Autokonvois am Donnerstag in Richtung Neverland eingegangen, berichteten die Medien. Amerikanische Medien spekulierten, dass Jackson auf seiner Ranch bestattet werden könnte. Diese könnte dann einen ähnlichen Kultstatus erlangen wie die Graceland-Villa in Memphis, wo Rock'n'Roll-Legende Elvis Presley bestattet wurde.

          Auch am Dienstag trauerten die Fans weiter um den „King of Pop“. Hunderte Menschen kamen bei einer Trauerfeier im New Yorker Apollo-Theater zusammen. Auf der traditionsreichen Bühne war der Sänger zu Beginn seiner Karriere gemeinsam mit seinen Brüdern aufgetreten. Viele Verehrer warteten schon seit den frühen Morgenstunden in langen Schlangen auf Einlass zu der kostenlosen Veranstaltung.

          Auch in Deutschland, wie hier in Frankfurt, versammeln sich „Jacko”-Fans zum Gedenken

          Ermittlungen auf Jacksons Ärzte ausgeweitet

          Unterdessen hat die Polizei in Los Angeles ihre Ermittlungen angeblich auf weitere Ärzte des verstorbenen Popstars ausgeweitet. Wie die „Los Angeles Times“ unter Berufung auf Polizei-Informationen berichtete, werden Ärzte vernommen, die den Sänger behandelt oder ihm Medikamente verschrieben haben. Am Montag wurde weiteres „medizinisches Beweismaterial“ in Jacksons Villa in Los Angeles in zwei großen Taschen abtransportiert. Zu Berichten, nach denen Jackson sich in einem erschreckenden körperlichen Zustand befunden habe, als er starb, sagte der stellvertretende Leiter der Gerichtsmedizin, Ed Winter, er wisse nicht, woher die Informationen stammten; jedenfalls nicht von einer der beiden Autopsien.

          Unterdessen wurde bekannt, dass der Kardiologe Conrad Murray, der vergeblich versucht hatte, Jackson durch Herzmassage zu retten, 20 bis 30 Minuten brauchte, um einen Rettungswagen anzufordern. Wie Matt Alford, einer der Anwälte aus der texanischen Kanzlei, die Murray vertritt, sagte, kannte Murray die Adresse von Jacksons Villa nicht. Auch habe es in Jacksons Schlafzimmer kein Telefon gegeben. Der Arzt habe zunächst versucht, Jackson zu helfen, und sich dann in dem Haus nach Hilfe umgesehen. Er habe schließlich einen Wachmann getroffen, der mit ihm in Jacksons Schlafzimmer gegangen sei. Auf Geheiß von Murray habe der Wachmann die Rettungsleitstelle angerufen, während der Kardiologe seine Bemühungen zur Rettung des Popstars wiederaufgenommen habe.

          Jacksons Mutter hat Sorgerecht für Kinder

          Der Konzertveranstalter AEG Live wehrt sich derweil weiter gegen Vorwürfe, Jackson habe unter den anstrengenden Proben für die geplanten Konzerte in London gelitten. AEG Live veröffentlichte Fotos von Proben im Staples Center, auf denen Jackson vor dem Schriftzug „This is it“, dem Motto der geplanten Konzerte, singt und tanzt. Die Fotos sollen zwei Tage vor dem Tod des Sängers aufgenommen worden sein. Beteiligte an den Proben sagten, Jackson habe einen gut gelaunten und fitten Eindruck gemacht (siehe auch Fotos zeigen fitten „Jacko“).

          Die Familie Jackson hat unterdessen erste Erfolge bei ihren Bemühungen erzielt, für die Kinder des Sängers zu sorgen und dessen finanzielle Angelegenheiten wahrzunehmen. Ein Richter in Los Angeles gewährte Jacksons Mutter, der 79 Jahre alten Katherine Jackson, vorläufig das Sorgerecht für ihre drei Enkel. Über das weitere Schicksal der Kinder soll bei einer Anhörung am 3. August entschieden werden. Debbie Rowe, die leibliche Mutter der beiden älteren Kinder, will in den nächsten Tagen entscheiden, ob sie ebenfalls das Sorgerecht beantragt.

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