https://www.faz.net/-gum-yv7t

Michael Douglas : Ein bisschen mehr Luft zum Atmen

  • Aktualisiert am

Michael Douglas spricht offen über seine Krebserkrankung Bild: AP

Michael Douglas war ein Getriebener. Er gründete eine neue Familie. Er wurde krank - „eine kleine Störung im großen Plan“, wie er sagt. All das hat den Schauspieler verändert. Ein Gespräch mit Elaine Lipworth.

          Michael Douglas ist philosophisch gestimmt. „Man hat die Karten, die man kriegt im Leben. Das Timing ist beschissen, aber so ist es eben“, sagt er. Douglas spricht über den Krebs in seinem Hals, den er im August öffentlich machte und dessentwegen er sich einer Kombination aus Chemotherapie und Strahlenbehandlung unterwirft, sechs harte Wochen lang. Er sieht dünner aus als sonst, in seinem dunklen Anzug und offenen Hemd, wie er da sitzt, in einer Suite im Hotel Ritz in New York, und Tee trinkt, aber ansonsten scheint er in Form zu sein. Das graue Haar aus dem Gesicht gekämmt, voller Energie, so charmant und aufmerksam wie üblich.

          „Überraschenderweise bin ich nicht ganz so viel unterwegs im Augenblick“, sagt er ironisch und lacht. „Aber ich drehe generell eigentlich nicht sehr viele Filme - es sei denn, das Projekt ist mir wichtig.“ Seine beiden jüngsten Filme - „Wall Street: Geld schläft nicht“ und die Independent-Produktion „A Solitary Man“ - hat er trotz seiner Krankheit promotet. Die Aussichten für seine Genesung sind inzwischen aber gut; Douglas ist in seiner letzten Behandlungswoche. Seine Ärzte sind optimistisch, und er hofft, in nächster Zeit zu erfahren, dass die Therapie erfolgreich war. Danach will er sechs Wochen Pause machen, um sich zu erholen.

          „Krebs ist eine eigene Welt“

          „Ich habe die Kinder ins Krankenhaus mitgenommen und ihnen die ganze Radiologie-Sache gezeigt, damit sie verstehen, was los ist“, erzählt er im Ritz. „Sie haben zugesehen, wie sie mir tatsächlich eine Dosis verpasst haben. Aber es gibt nicht viel, was man tun kann. Krebs ist eine eigene Welt. Man muss sich einfach nur ans Programm halten. Aber ich habe viel, für das ich dankbar sein muss; ich bin gesegnet mit einer Familie, die mich großartig unterstützt.“

          Die Ärzte sind optimistisch: Michael Douglas beim Spaziergang mit Olivester Stone in Cannes

          Zu ebendieser Familie, wer wüsste es nicht, gehören gleich zwei Hollywood-Stars: sein Vater, Kirk Douglas, 93, und seine Frau, Catherine Zeta-Jones. Mit der 41 Jahre alten walisischen Schauspielerin hat er zwei Kinder: Dylan, 10, und Carys, 7. Douglas selbst hat sich im Laufe seiner Karriere als Oscar-prämierter Produzent (für „Einer flog über das Kuckucksnest“, 1976) und Schauspieler (für „Wall Street“, 1988) profiliert. In den vergangenen Jahren jedoch haben sich die Prioritäten in seinem Leben verschoben; nun, so sagt er, kommt die Familie vor der Karriere.

          Dass Douglas, inzwischen 66, in fortgeschrittenem Alter noch einmal Vater wurde, hat ihn sehr verändert: „Ich bin nicht mehr so getrieben wie früher. Heute finde ich Erfüllung darin, Vater zu sein und ein verantwortungsvoller Ehemann. Ich bin wirklich glücklich, wenn ich sehe, wie Catherine arbeitet, während ich mich zu Hause um die Kinder kümmere. Wenn man jünger ist, beschäftigt man sich nur mit sich selbst. Wenn man älter wird, werden einem plötzlich Beziehungen wichtig, man beginnt, Verständnis zu haben für die Schwächen anderer Leute, man vergibt ihnen leichter - und man hat mehr Zeit für die Kinder.“

          Umzug nach New York

          Kürzlich ist das Ehepaar Zeta-Jones/Douglas, das zuvor zehn Jahre lang auf Bermuda lebte, nach New York umgezogen. Ihre beiden Kinder gehen jetzt auf andere Schulen - und müssen neue Freunde finden. „Ich mag es, mit ihnen gemeinsam morgens aufzustehen und sie für die Schule fertig zu machen. Ich mache Frühstück für sie, und wir reden über ihren Tag. Ich will wissen, wer ihre Freunde sind. Ich sehe, wie nahe wir uns sind und wie sicher sie sich fühlen. Es ist eine unbedingte Liebe, die niemals über den anderen urteilt, und das ist das beste Gefühl, das es gibt.“ Sein Sohn leidet, wie Douglas' Bruder auch, an Legasthenie und geht auf eine Schule, die auf solche Schüler spezialisiert ist. Als „wohlerzogen, selbstbewusst und recht abgeklärt“ beschreibt er seine Kinder.

          Weitere Themen

          71-Jährige mit Pikrinsäure am Umweltmobil Video-Seite öffnen

          Explosionsgefahr : 71-Jährige mit Pikrinsäure am Umweltmobil

          Das hätte auch gefährlich ins Auge gehen können. Eine 71-Jährige findet im Keller einen Behälter mit Pikrinsäure und bringt ihn zu einem Umweltmobil. Die Säure kann hochexplosiv sein - eine Sperrzone muss eingerichtet werden.

          Topmeldungen

          AKK im Kabinett : Auf dem Marsch ins Kanzleramt

          Wer wie Annegret Kramp-Karrenbauer Regierungschefin werden will, darf sich vor dem Verteidigungsministerium nicht fürchten. Auch in der Politik gilt: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

          Shitstorm des Tages : Ein „Aufstand der Generäle“ als Rohrkrepierer

          Uwe Junge ist rhetorisch kampferprobt. Gegen die neue Verteidigungsministerin fährt der AfD-Politiker und ehemalige Stabsoffizier ganz großes Geschütz auf. Doch der Schuss geht nach hinten los. Übrig bleibt geistiges Brandstiftertum.
          Nordkoreas Machthaber KIm Jong-un sieht man regelmäßig bei offiziellen Empfängen in Limousinen vorfahren.

          Kim Jong-un : Wie Nordkoreas Machthaber an seine Luxusautos kommt

          Eigentlich ist der Export von Luxusgütern nach Nordkorea verboten. Trotzdem sieht man Machthaber Kim Jong-un bei offiziellen Empfängen regelmäßig in Limousinen vorfahren. Eine Forschergruppe will das Rätsel gelöst haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.