https://www.faz.net/-gum-932mo

Debatte um Belästigungen : Schwedische Ministerin: „Ich hatte seine Hände überall“

  • Aktualisiert am

Die schwedische Gleichstellungsministerin Åsa Regnér bei einem Besuch in Uruguay Mitte Oktober Bild: MARTINE/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Nach der Außenministerin hat eine weitere schwedische Politikerin erklärt, von einem hochrangigen EU-Politiker belästigt worden zu sein. Unterdessen werfen 38 Frauen dem amerikanischen Regisseur Toback Belästigung vor.

          1 Min.

          Im Rahmen der „#metoo“-Kampagne hat nun auch die schwedische Gleichstellungsministerin Åsa Regnér von sexueller Belästigung auf EU-Ebene berichtet. Dem Sender „Expressen TV“ erzählte sie, sie sei mit einem hochrangigen EU-Politiker vor mehreren Jahren auf dem Weg zu einem Termin kurz in eine Bar gegangen. Sie habe geglaubt, sie würden über Berufliches sprechen.

          „Es war ganz anders als ich gedacht hatte“, sagte Regnér dem Sender. „Ich hatte seine Hände überall und bemerkte, dass wir in einer dunklen Ecke saßen.“ Sie habe sich dumm gefühlt. „Warum dachte ich, er sei an meiner Meinung und meinem möglichen Wissen interessiert? Es ist klar, dass er das nicht war.“ Das habe sie wütend gemacht.

          Vorige Woche hatte bereits die schwedische Außenministerin Margot Wallström von sexueller Belästigung in der Politik berichtet. „Ich will nicht zu persönlich davon erzählen, aber ich kann bestätigen, dass das auf höchstem politischen Niveau vorkommt und dass sogar ich das erlebt habe“, hatte sie der schwedischen Nachrichtenagentur TT gesagt.

          Die „#metoo“-Kampagne war durch den Skandal um den unter Missbrauchsverdacht stehenden US-Filmproduzenten Harvey Weinstein ins Rollen gekommen. Weinstein bestreitet die Vorwürfe. Der Fall löste international eine Debatte über Missbrauch und Belästigung von Frauen nicht nur im Filmgeschäft aus.

          Auch innerhalb des Filmgeschäfts gehen die Vorwürfe und Enthüllungen weiter. In der „Los Angeles Times“ haben 38 Frauen Vorwürfe gegen den amerikanischen Regisseur James Toback erhoben. Der Oscar-nominierte Drehbuchautor habe junge Frauen auf der Straße angesprochen und ihnen eine Karriere im Filmgeschäft in Aussicht gestellt. Willigten sie in ein Treffen ein, habe er sich an ihnen gerieben oder vor ihnen masturbiert. Toback, der heute 72 Jahre alt ist, stritt die Vorwürfe gegenüber der Zeitung ab.

          Weitere Themen

          Japanische Raumsonde kehrt heim

          Mission erfüllt : Japanische Raumsonde kehrt heim

          Nach fast vier Jahren im All beendet die japanische Raumsonde „Hayabusa 2“ ihren Einsatz. Ende nächsten Jahres wird sie auf der Erde zurückerwartet. Mit an Bord: wertvolle Proben.

          Topmeldungen

          Tesla-Fabrik in Deutschland : Angriff im Heimatmarkt

          Für die deutschen Autohersteller wird der Wettbewerb noch schwieriger, wenn Tesla in Brandenburg eine große Fabrik baut. Ein Selbstläufer ist das Projekt allerdings nicht – Tesla muss sich auf einen harten Wettkampf einstellen.
          Die Köpfe hinter der Marke: Porsche-Design-Geschäftsführer Jan Becker (rechts) und Design-Chef Roland Heiler

          Porsche-Design-Chefs : Wann ist ein Mann ein Mann?

          Porsche Design steht für Männlichkeit, Geld und Stil. Im Interview sprechen die Chefs der Marke über neue Rollenbilder, gläserne Garagen – und anderen Luxus, den die Welt nicht braucht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.