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Meppen : Löschen des Moorbrands kann noch Wochen dauern

  • Aktualisiert am

Auf einem Testgelände der Bundeswehr im niedersächsischen Meppen stehen seit dem 04. September fünf Hektar Moorland in Brand. Bild: dpa

Vor zwei Wochen haben Raketentests der Bundeswehr einen Moorbrand im Emsland ausgelöst. Die Lage ist inzwischen stabil. Bis die Glutnester auf dem Übungsgelände der Bundeswehr erstickt sind, kann es aber noch dauern. Die Politik reagiert empört.

          Auch zwei Wochen nach dem Ausbruch eines Moorbrandes auf einem Waffentestgelände bei Meppen rechnen die Behörden noch mit einem wochenlangen Kampf gegen das Feuer. Zwar sei es am Mittwoch zunächst gelungen, die Lage zu stabilisieren, der Brand schwelt aber weiter, wie die Bundeswehr mitteilte. In der Nacht zu Mittwoch war der Rauch des Brandes mehr als hundert Kilometer weit Richtung Bremen geweht worden. Feuerwehren aus weiter entfernten Landkreisen gaben aber später Entwarnung, dass der Qualm sich zunächst verzogen habe.

          Der Brand, der durch Raketentests Anfang September ausgelöst wurde, hat sich inzwischen auf einer Fläche so groß wie mehr als 1000 Fußballfelder ausgedehnt. Die Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen auf einen angrenzenden Wald. Erschwert wird der Löscheinsatz der rund 850 Einsatzkräfte durch vermutete Munitionsreste in dem seit 1876 als Übungsgelände genutzten Moor. Aus Sicherheitsgründen können die Feuerwehrkräfte das Moorgelände nicht überall betreten.

          Ein Ende des Einsatzes ist aus Bundeswehrsicht noch nicht absehbar. Nach Einschätzung des Brand- und Katastrophenschutzexperten des Innenministeriums, Klaus Wickboldt, dauert es noch ein bis zwei Wochen, bis alle Glutnester erstickt sind. Auch weil ein Löschfahrzeug der Bundeswehr, das den sumpfigen Boden des Testgeländes befahren kann, beim Ausbruch des Brandes defekt war, konnte sich der Schwelbrand ausbreiten, bis ein Löschhubschrauber einsatzbereit war.

          Messungen ergaben nach Bundeswehrangaben, dass von der in weiten Teilen des Nordwestens wahrnehmbaren Rauchsäule keine Gesundheitsgefahr ausgeht. Obwohl der Rauch für die Bevölkerung eine Belastung darstelle, würden Grenzwerte nicht überschritten, hieß es.

          Am Dienstagabend hatte es starken Brandgeruch und Sichtbehinderungen im Nordwesten von Niedersachsen und im mehr als 100 Kilometer entfernten Bremen gegeben. Selbst in Achim nahe Bremen schlossen Menschen ihre Fenster und Türen, um einer Gesundheitsgefahr vorzubeugen. Am Mittwoch beschränkten sich die Auswirkungen vor allem auf das nähere Umland des Feuers.

          In Sögel im Kreis Emsland in der Nähe des Brandortes mussten viele Jungen und Mädchen drinnen spielen. „Gestern Nachmittag wurden alle Kinder ins Haus geholt und die Fenster geschlossen“, berichtete die stellvertretende Leiterin der katholischen Kindertagesstätte St. Jakobus in Sögel, Karina Jansen, am Mittwoch. Inzwischen habe sich die Lage entspannt. „Heute Morgen war kein Brandgeruch mehr da.“

          „Im Augenblick ist die Lage entspannt“, sagte auch der Samtgemeindebürgermeister von Sögel, Günter Wigbers. „Gestern gab es eine erhebliche Belästigung durch den Rauch.“

          Selbst aus dem All war der Moorbrand zu sehen, teilte der Deutsche Wetterdienst auf Twitter mit. Auf einem Satellitenbild vom Dienstagnachmittag war die Richtung Nordosten ziehende Rauchsäule gut zu erkennen. Die Bundeswehr bedauerte die Einschränkungen für die Bevölkerung und kündigte eine umfassende Überprüfung des selbstverursachten Moorbrandes an.

          Die Landespolitik reagierte zunehmend irritiert auf den Brand. Der Grünen-Abgeordnete Christian Meyer stellte nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen die Verantwortlichen bei der Bundeswehr wegen fahrlässiger Brandstiftung. Jeder andere, der im Moor bei einer solchen Gefahrenlage aufgrund extremer Trockenheit im Moor zündele oder auch nur eine Zigarettenkippe wegwerfe, müsse sich strafrechtlich verantworten, erklärte Meyer. „Vom Bundesverteidigungsministerium erwarten wir angesichts der verheerenden Lage Konsequenzen für solche Waffentests.“

          Auch Umweltminister Olaf Lies (SPD) äußerte sich empört: „Es ist unglaublich was wir da gerade erleben und ein großer Schaden für die Umwelt.“ Es stelle sich sehr nachdrücklich die Frage nach der Verantwortung. Vom Verteidigungsministerium wolle er wissen, warum nicht angesichts der langanhaltenden Trockenheit auf die Übung verzichtet wurde. „Wenn jetzt auch noch klar ist, dass das Löschfahrzeug nicht einsatzfähig war, dann ist es mehr als fahrlässig.“ Am Donnerstag will der für den Brandschutz zuständige Innenminister Boris Pistorius (SPD) den Einsatzort bei Meppen besuchen.

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