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Social Media-Stars : Lelis Traum von La La Land

„Wir wollen ins Schauspielerische gehen, das ist unser Weg“

Noch aber können ihre Fans nicht genug bekommen von ihren Filmchen. Und auch wenn Lisa betont, „dass wir nur etwas posten, wenn wir Zeit und Lust haben“, so sehen sich beide doch der Anhängerschaft gegenüber in der Pflicht. Ein, zwei Wochen ohne digitales Lebenszeichen: unvorstellbar. „So eine lange Zeit ohne Post gab’s noch nicht“, sagt Lena, und Lisa fügt hinzu: „Da müssten wir dann echt sagen, was los ist.“ Eine Karriere von Dauer aber wird sich, da trifft die Kritik gewiss einen Punkt, kaum auf eine App bauen lassen, deren Haltbarkeit als Jugendkultur-Hype begrenzt scheint. „Social Media ist eine Nebensache, um mit den Fans Kontakt zu haben“, beteuert Lisa dann auch und sagt: „Wir wollen ins Schauspielerische gehen, das ist unser Weg.“

Audienz bei den Idolen: Schüler aus Wathlingen holen sich bei Lisa und Lena Selfies und Umarmungen.
Audienz bei den Idolen: Schüler aus Wathlingen holen sich bei Lisa und Lena Selfies und Umarmungen. : Bild: Patrick Slesiona

Im neuen Matthias-Schweighöfer-Film werden sie einen Gastauftritt haben, doch die Mädchen schauen schon weiter: „Wenn wir schauspielern, wollen wir uns nicht nur im deutschen Bereich bewegen, sondern gleich weltweit“, sagt Lisa. „Wir haben mehr Fans aus Amerika als aus Deutschland. Wir haben uns da, ganz zufällig, etwas aufgebaut, und es wäre schade, das zu verlieren.“ Hollywood also ist das Ziel, Leli träumt von La La Land. Deshalb haben die Zwillinge bei einem Videodreh für Warner Music tapfer ein Interview auf Englisch gegeben, bei dem zwar nicht jedes Wort sitzt, wohl aber der amerikanische Akzent – dem Vocal Coach, den die Familie engagiert hat, sei Dank. Bislang abgesehen hat der Sprachtrainer vom Versuch, Lisas und Lenas Deutsch den charmanten schwäbischen Einschlag auszutreiben. Wenn sie vor der Kamera von Fans eingesandte Fragen beantworten, sagen sie ungeniert: „Nina frägt“, oder „Caroline frägt“.

Charakterrollen für Zwillinge hat freilich selbst Hollywood nicht im Übermaß zu bieten, weshalb es sicher nicht verkehrt ist, dass Leli noch auf ein weiteres Geschäftsfeld setzen: Gemeinsam mit Warner und dem Streetwear-Shop BSTN haben sie das Modelabel Jimo71 gegründet, dessen erste Kollektion im Sommer herauskommen soll; „Jimo“ ist das haitianische Wort für Zwilling. Und werden die Mädchen von ihren Geschäftspartnern ernst genommen? „Wir reden auf jeden Fall mit, es ist ja unsere Marke. Wir bringen auch Designs rein“, sagt Lena, und Lisa ergänzt: „Wir haben Stoffe ausgesucht und öfter gesagt, das geht nicht.“ Die Familie selbst trägt fünfzig Prozent des finanziellen Risikos.

Man kann es nicht anders als eine Audienz nennen

Lisas und Lenas Manager hat schon einmal einen Hype erlebt, er arbeitete einst für Tokio Hotel. Die Band, glaubt er, hätte „wahrscheinlich überlegt, früher eine Pause einzulegen, wenn es damals schon diese ganzen Social-Media-Plattformen gegeben hätte“. Gerade bei Social-Media-Karrieren will jeder Schritt wohlbedacht sein.

Eine erste Shitstorm-Böe wehte Lisa und Lena im Juli vergangenen Jahres ins Gesicht, nachdem sie ein Foto bei Instagram gepostet hatten, das sie am Berliner Holocaust-Mahnmal zeigte, mit Sonnenbrillen und, immerhin, ernsten Mienen. Ausgerechnet von Oliver Pocher mussten sie sich damals zurechtweisen lassen, dass dieses Motiv inmitten all der fröhlichen Instagram-Selfies vielleicht nicht ganz glücklich plaziert war. Inzwischen schauen, bevor die Zwillinge etwas posten, immer noch mal die Eltern drüber.

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