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Zum Tod von Mirco Nontschew : „Hundert Komiker in einem“

Mit 52 Jahren gestorben: Komiker Mirco Nontschew Bild: dpa

Der Comedian Mirco Nontschew ist im Alter von 52 gestorben. Er war ein Liebling des Publikums, bei Kolleginnen und Kollegen hochgeachtet. RTL verabschiedet ihn mit einer Gedenknacht „in Liebe“.

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          „Dieser Mann war 100 Komiker in einem“, schreibt Torsten Sträter auf Twitter, „eine verrückte Wundertüte des Humors“, das „Genie der absurden Comedy, einzigartig in der Fülle dessen, was er war und konnte“. Man möchte dem Schriftsteller und Kabarettisten beipflichten in dem kurzen Nachruf, den er auf Twitter über Mirco Nontschew veröffentlicht hat. Nontschew ist am Freitag überraschend gestorben, er wurde nur 52 Jahre alt.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Bekanntheit hatte er in den Neunzigerjahren als Mitglied der Comedy-Truppe der legendären Show „RTL Samstag Nacht“ erlangt. Durch diese fegte er als hypermotorischer Schnellsprecher, Grimassenkünstler und Geräuschemacher. Hugo Egon Balder war auf ihn aufmerksam geworden. Ende der Achtzigerjahre war Nontschew, geboren 1969 in Ost-Berlin, gelernter Mechaniker, als Breakdancer und Beatboxer aufgetreten. Seine Fähigkeit, für Geräuschkulisse zu sorgen, nahm er mit zu „Samstag Nacht“, der Show, von der es bei RTL nun heißt, Nontschew habe dort mit den Comedy-Kollegen Wigald Boning, Olli Dittrich, Tanja Schumann und Stefan Jürgens „Fernsehgeschichte“ geschrieben.

          Ein ewiger Youtube-Hit

          Das ist nicht ganz falsch, handelte es sich doch um eine Keimzelle der deutschen Fernseh-Comedy. Die „Kentucky schreit Ficken“-Sketche sind ein ewiger Youtube-Hit. Die Comedy führte Mirco Nontschew bei Sat.1 weiter, mit seiner Show „Mircomania“, mit „Cook Cook – Mirco’s Kochstudio“ bei RTL II, als Mitwirkender von „Die dreisten Drei“, im Kino im Verein mit Otto Waalkes in den „7 Zwerge“-Filmen oder „Siegfried“, und zuletzt in der aktuellen Staffel der von Michael „Bully“ Herbig betreuten Sendung „LOL – Last One Laughing“ bei Amazon, die im nächsten Frühjahr läuft.

          Mirco Nontschew war ein Spontan-Humorist, ein Sympathieträger, den das Publikum sehen wollte, ein Teamplayer, keine One-Man-Rampensau, bei Kolleginnen und Kollegen hochgeachtet, wie man an Beileidsbekundungen sieht und am Titel der Sendung, die RTL heute um Punkt Mitternacht zum Gedenken an ihn ins Programm hebt: „In Liebe an Mirco Nontschew“. Der Comedian hinterlässt zwei Töchter.

          Mittendrin: Mirco Nontschew (Mitte) mit Martin Schneider, Markus Majowski, Otto Waalkes, Boris Aljinovic, Ralf Schmitz und Heinz Hoenig (von links)  im Kinofilm „7 Zwerge - Männer allein im Wald”.
          Mittendrin: Mirco Nontschew (Mitte) mit Martin Schneider, Markus Majowski, Otto Waalkes, Boris Aljinovic, Ralf Schmitz und Heinz Hoenig (von links) im Kinofilm „7 Zwerge - Männer allein im Wald”. : Bild: obs

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