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Zum Tod von Larry King : Der König ist tot

Markante Hosenträger: Larry King 2011 bei einer Konferenz in Portugal Bild: dpa

Er brauchte kein Internet, um zu einer globalen Medienpersönlichkeit zu werden: Larry King hatte in seinem einzigartigen Talkshow-Format die verschiedensten Menschen zu Gast. Nun ist der Moderator im Alter von 87 Jahren gestorben.

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          Um Spanne und Gewicht von Larry Kings Karriere zu ermessen, muss man sich klarmachen, dass er des Internets nicht bedurfte, um zu einer globalen Medienpersönlichkeit zu werden; er begann in den fünfziger Jahren beim Radio, und die Ausstattung noch seines späteren populären CNN-Fernsehtalkformats „Larry King Live“ – seine markanten Hosenträger, das RCA-Mikrofon auf dem Tisch vor Gast und Gastgeber, das gewollt Nicht-Konfrontative des Tons der Unterhaltung – verweist auf diese Anfänge.

          Bertram Eisenhauer

          Verantwortlich für das Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Als geradezu perfekt sollte sich erweisen, dass sein erster Chef in Miami Beach den Nachnamen des als Lawrence Harvey Zeiger 1933 in Brooklyn Geborenen Minuten vor dessen neuer Sendung in „King“ änderte; das erlaubte ihm bald die populäre Beliebigkeit seiner Gäste, deren erster ein Kellner des Restaurants war, von dem aus er eine Weile sendete.

          „Er hat sie alle“, hieß es gerne, auch von ihm vor allem in den späteren Jahren vielbelacht, und das meinte nicht nur Frauen – er war achtmal verheiratet, mit insgesamt sieben Frauen –, sondern vor allem die Gesprächspartner. Es dürfte weltweit kein Format geben, das einen derart bunten, ja eklektischen Mix an Themen und Persönlichkeiten aufweist. Bei King saß Anna Nicole Smith ebenso wie Wladimir Putin, die Details im Mordprozess gegen O. J. Simpson wurden ebenso verhandelt wie das Für und Wider der Parteienfinanzierung.

          „Er hat sie alle“: Der russische Präsident Wladimir Putin war 2000 bei Larry King zu Gast.
          „Er hat sie alle“: Der russische Präsident Wladimir Putin war 2000 bei Larry King zu Gast. : Bild: AFP

          King kokettierte häufig damit, die Bücher seiner Gesprächspartner nicht gelesen zu haben – damit er nicht mehr wusste als seine Zuschauer. Für CNN wurde er in den achtziger und neunziger Jahren zum Symbol eines globalen Reichweitenanspruchs; auch die Deutschen lernten ihn während dieser Zeit im internationalen Programm des Senders kennen. Mit der Zeit haben Macher diverser amerikanischer Fernsehserien, etwa von „30 Rock“, ihn als er selbst auftreten lassen – eine Ehrung besonderer Natur.

          Über 50.000 Interviews soll Larry King im Lauf seines Berufslebens geführt haben. Anfang des Monats war bekanntgeworden, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert hatte. Am Samstag kam die Nachricht, dass er im Alter von 87 Jahren verstorben ist.

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