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Zum Tod von L’Wren Scott : „Ich wünschte, sie hätte um Hilfe gebeten“

  • -Aktualisiert am

Berühmtes Paar: Scott und Jagger 2012 bei einer Modegala in New York Bild: AP

Die Polizei geht nach dem Tod der Modedesignerin L’Wren Scott von Selbstmord aus. Amerikanische Medien spekulieren über die Hintergründe. Die Mode- und Musikwelt reagiert bestürzt.

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          Die amerikanische Modedesignerin L’Wren Scott, die am Montag in ihrer New Yorker Wohnung tot aufgefunden worden war, steckte nach übereinstimmenden Medienberichten in geschäftlichen Schwierigkeiten. Ihr in London ansässiges Unternehmen LS Fashion Ltd. soll hochverschuldet sein. Eine New Yorker Boulevardzeitung berichtete zudem, dass der Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger kürzlich nach 13 Jahren die Beziehung mit Scott beendet habe.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Die 49 Jahre alte Scott hat sich offenbar mit einem Halstuch an einer Türklinke erhängt. „Wir gehen bei unseren Ermittlungen von einem Suizid aus“, sagte ein Sprecher der New Yorker Polizei. Ein offizieller Bericht der Gerichtsmedizin zur Todesursache lag zunächst nicht vor. Scott hatte eine Assistentin am Montagmorgen mittels SMS gebeten, in ihrem Apartment im Stadtteil Chelsea vorbeizukommen. Als die Assistentin die Wohnung eineinhalb Stunden später betrat, fand sie Scott leblos auf den Knien mit einem Tuch um den Hals vor.

          Mick Jagger, der mit den Rolling Stones auf Tournee in Australien ist, ließ über einen Sprecher mitteilen, er sei „tief schockiert und bestürzt“. Die Stones sagten die für Dienstag und Mittwoch geplanten Konzerte in Australien ab. Der Sprecher dementierte den Bericht über eine Trennung von Jagger und Scott. „Das ist ein schlimmes und falsches Stück Klatsch in dieser sehr tragischen Zeit für Mick.“ Nach Informationen der „New York Post“ hatte Scott einer Freundin in der vergangenen Woche anvertraut, dass Jagger sie verlassen habe. Scott, deren Kreationen von Schauspielerinnen wie Nicole Kidman, Sarah Jessica Parker und Angelina Jolie, aber auch von der amerikanischen First Lady Michelle Obama getragen wurden, hatte im Februar ihre Schau bei der Londoner Modewoche abgesagt. Begründet wurde das mit „Verzögerungen bei der Produktion“. Der eigentliche Grund scheinen aber finanzielle Schwierigkeiten des Unternehmens gewesen zu sein. Die Firma hatte zuletzt fast sechs Millionen Dollar Schulden.

          „Sie hatte ein Geschäft mit großem öffentlichen Interesse, viel Begeisterung und viel Presse, aber man sah nicht immer das Geld hereinfließen“, sagte ein enger Freund Scotts in London der Zeitung „Daily News“. Nach Absage der Fashion Week wollte Scott ihre neue Kollektion privat oder über soziale Medien präsentieren. Auch dazu kam es nicht.

          Scott, die mit 1,94 Metern merklich größer war als Mick Jagger, begann ihre Karriere in der Modebranche als Fotomodell. Der Fotograf Bruce Weber entdeckte Luann Bambrough, wie sie damals hieß, in den frühen achtziger Jahren im Bundesstaat Utah, wo sie mit ihren mormonischen Adoptiveltern lebte. Er ermunterte sie, als Model nach Paris zu gehen, wo sie auf den Laufstegen von Thierry Mugler und Chanel rasch Karriere machte. Ihr eigentliches Interesse lag aber im Design von Kleidung. Zurück in den Vereinigten Staaten, begann sie Mitte der neunziger Jahre, als Stylistin zu arbeiten – unter anderem für den Fotografen Herb Ritts. Später stattete sie für Filme Schauspielerinnen wie Sharon Stone, Ellen Barkin und Kidman aus. Im Jahr 2000 war sie die erste offiziell verantwortliche Stylistin für die Academy Awards, die Verleihung der Oscars.

          Die Musik- und Modewelt reagierte schockiert auf die Nachricht von Scotts Tod. „Ich bin am Boden zerstört, dass ich meine Freundin verloren habe“, schrieb der Rockmusiker Bryan Adams über den Kurznachrichtendienst Twitter. Die Modedesignerin Diane von Fürstenberg sagte: „Sie war eine sehr talentierte Designerin und eine schöne Frau. Ich wünschte, sie hätte um Hilfe gebeten, damit es nicht zu einer solchen Tragödie gekommen wäre.“

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