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Wenn es der Mama gut geht, geht es auch den den Kindern gut: Stefanie Bathe mit ihren beiden Töchtern. Bild: Privat

Alleinerziehende Mutter : „Es hat mich manchmal schier zerrissen“

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Am Muttertag werden die Mütter gefeiert. 1,5 Millionen sind alleinerziehend. Stefanie Bathe ist eine davon. Sie erzählt, wie sie es geschafft hat, trotz anfänglicher Probleme ein glückliches Leben zu führen.

          Bevor ich mich 2013 von meinem Mann trennte, kannte ich gar keine Mütter, die alleinerziehend waren. Ich komme aus einer sogenannten heilen Familie: Meine Eltern sind seit 53 Jahren verheiratet. Meine Schwester feierte gerade silberne Hochzeit. Trennungseltern kommen oft aus Trennungsfamilien. Und natürlich dachte ich bei unserer Hochzeit auch, unsere Ehe halte für immer.

          Ich weiß nach wie vor, was ich an meinem Ex-Mann mag. Die Trennung war ein bewusster Schritt nach kräfteraubenden Jahren, in denen wir uns auseinandergelebt hatten und nicht mehr glücklich waren.

          In dieser Zeit habe ich mich oft mit dem Gedanken gequält, was ich meinen Kindern mit einer Trennung antue. Irgendwann habe ich mich gefragt: Was lebe ich meinen Töchtern vor, wenn ich mit einem Mann zusammenbleibe, mit dem ich nicht mehr glücklich bin?

          „Leben heißt aussuchen“

          Direkt nach der Trennung war ich erst mal erleichtert: Das jahrelange Grübeln hatte ein Ende. Ich konnte wieder nach vorne schauen und die Zukunft für uns zu dritt gestalten, statt mich in meinen eigenen inneren Konflikten und endlosen „Wenn, dann“-Schleifen zu verlieren. „Leben heißt aussuchen“ – dieser schöne Satz von Tucholsky ist mein Lebensmotto.

          Auch wenn wir uns nicht alles im Leben aussuchen können: Wir können uns aussuchen, wie wir damit umgehen, wenn wir beispielsweise nicht mehr glücklich sind. Die Erleichterung hielt nicht lange an. Der Alltag für uns zu dritt war hart: Alles hing an mir allein, weder die Kinder noch ich bekommen Unterhalt.

          Für meine Kinder da sein. Geld verdienen. Unser Haus abbezahlen. Das war schon viel. Meine Kinder waren zwar jedes zweite Wochenende beim Vater. Aber diese Zeit reichte nicht, um im Job alles nachzuarbeiten und auch meine eigenen Akkus aufzufüllen.

          Ich wollte selbst für meine Kinder da sein.

          Meine kleine Tochter war bei der Trennung gerade mal drei, meine große sechs Jahre alt. Auch wenn es für mich als selbständiger Business Coach einfacher und finanziell lukrativer gewesen wäre: Ich wollte keine Kinderfrau. Ich wollte selbst für meine Kinder da sein. Das war mir so wichtig: eine gute Mutter zu sein. Das hat mich manchmal schier zerrissen, und ich habe oft nicht mehr gut für mich selbst gesorgt.

          Gerade wenn die Kinder krank waren. Das waren sie in den ersten beiden Jahren nach der Trennung oft. Was mich anfangs viel Kraft gekostet hat: so wenig Hilfsbereitschaft und Verständnis für unsere Situation. Als der Kindergarten gestreikt hat: „Wieso kriegt die eigentlich immer einen Notplatz?“ Oder: „Ich könnte ja mein Kind nicht in den Hort geben, dafür liebe ich es viel zu sehr.“

          Meine kleine Tochter geht ein bis zwei Nachmittage pro Woche in den Hort. Oder neulich eine Mutter, die eine Verabredung absagt mit den Worten: „Das passt mir heute doch nicht so gut. Ich dachte, es geht um einen Notfall.“ Nein, ging es nicht. Es ging nur darum, dass ich bis spätnachmittags noch einen Workshop hatte und mich freute, dass meine Tochter bei einer Freundin spielen darf.

          Meine Freundinnen konnten die Themen nicht mehr hören

          Es hat mich schier wahnsinnig gemacht, dass ich meine Probleme nicht lösen konnte. Gerade ich, die als Business Coach Klienten dabei unterstützte, dass sie ihre Probleme lösen und über neue Sicht- und Verhaltensweisen kreative Lösungen finden. Das war mir früher bei mir selbst auch gelungen. Nach der Trennung hatte ich das Gefühl, dass immer, wenn ich ein Problem gelöst hatte, zwei neue entstanden.

          Am Muttertag werden die Mütter gefeiert. 1,5 Millionen von ihnen sind alleinerziehend.

          Meine Freundinnen konnten die Themen nicht mehr hören – was ich verstehen kann: mich hat mein Gejammer und Geschimpfe auch irgendwann genervt. Kaum jemand in meinem Umfeld konnte überhaupt nachvollziehen, was es wirklich heißt, allein für alles verantwortlich zu sein. Noch heute höre ich häufig von anderen Müttern: „Ach cool, jedes zweite Wochenende ohne Kinder. Das hätte ich auch gerne.“

          Meine Große hatte ein Jahr nach dem Auszug meines Ex-Manns einen epileptischen Anfall. Er hatte gerade seine neue Freundin kennengelernt. Für mich war die Woche in der Klinik der Horror: Ich kam vor lauter Sorgen und Ängsten gar nicht mehr zur Ruhe. Zum Glück kümmerten sich meine Eltern um meine kleine Tochter. Und Gott sei Dank blieb es bei diesem einmaligen Anfall.

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