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Gewalt gegen Frauen : Zu wenig Frauenhausplätze in Deutschland

Die Plätze in Frauenhäusern reichen nicht – dabei können sie das Leben von bedrohten Frauen retten. Bild: dpa

Rund 7000 Plätze in Frauenhäusern gibt es in ganz Deutschland – das Angebot müsste eigentlich verdreifacht werden. Denn der Mangel an Plätzen kann lebensgefährlich sein.

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          Knapp 7000 Plätze gibt es in Deutschland in 350 Frauenhäusern, und sie sind eigentlich immer alle belegt: von Frauen, die nicht wissen wohin, wenn sie ihrem gewalttätigen Partner entfliehen wollen. Oft sind es Ausländerinnen, die hier kein soziales Netz haben: 68 Prozent der Bewohnerinnen kommen nicht aus Deutschland.

          Leonie Feuerbach
          Redakteurin in der Politik.

          Laut Polizeilicher Kriminalstatistik haben aber fast 72 Prozent der Opfer von häuslicher Gewalt die deutsche Staatsangehörigkeit. Partnerschaftliche Gewalt zieht sich durch alle Altersstufen und sozialen Schichten. Im Gegensatz zu anderen Verbrechen wie Mord und Vergewaltigung nahm sie in den vergangenen Jahren nicht ab, sondern zu. 114.000 Frauen waren 2017 von Gewalt in der Partnerschaft betroffen. Die Dunkelziffer liegt wesentlich höher.

          Sozialarbeiterinnen helfen den Frauen im Frauenhaus dabei, sich ein neues Leben aufzubauen. Sie finden heraus, was die Frauen brauchen, bieten juristische Unterstützung bei Scheidung oder Sorgerechtsstreitigkeiten und klären, wie gefährdet die Frauen sind und ob etwa die Kinder weiter in dieselbe Kita gehen können, auch wenn der Mann weiß, wo das ist. Das alles kostet viel Geld – zwischen 750 und 3000 Euro monatlich pro Bewohnerin.

          Die Finanzierung der Frauenhäuser unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland; in manchen werden sie pauschal finanziert, in manchen über Tagessätze. Die gibt es aber nur für sozialleistungsberechtigte Frauen und nicht für solche ohne Aufenthaltsstatus oder für Studentinnen. Deshalb müssen manche Frauen, wenn sie nicht selbst zahlen können, abgewiesen werden. Aber auch Überfüllung ist ein Grund, warum viele betroffene Frauen keinen der 6789 Frauenhaus-Plätze in Deutschland abbekommen.

          Laut der Istanbul-Konvention, die vor einem Jahr in Kraft getreten ist und die auch Deutschland ratifiziert hat, sollten es mehr als dreimal so viele Plätze sein: rund 21.000, das entspricht zweieinhalb Plätzen beziehungsweise einem Familienzimmer pro 10.000 Einwohner.

          Immerhin 35 Millionen Euro binnen zwei Jahren hat Familienministerin Franziska Giffey (SPD) im Herbst für die Frauenhäuser angekündigt – zu wenig für eine Verdreifachung der Platzzahl. Verschärft wird der Platzmangel durch die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt. Weil sie keine bezahlbare Wohnung finden, bleiben viele Bewohnerinnen länger im Frauenhaus, als sie eigentlich müssten. Vor allem alleinerziehende Mütter oder Ausländerinnen mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus haben es auf dem freien Wohnungsmarkt schwer.

          Der Mangel an Plätzen kann lebensgefährlich sein. Viele der Frauen haben Morddrohungen von ihren früheren Partnern bekommen. Im Schnitt versucht jeden Tag ein Mann, seine Partnerin oder ehemalige Partnerin zu töten. Jeden zweiten bis dritten Tag stirbt ein Opfer. 2018 wurden 147 Frauen von ihren Männern, Lebensgefährten oder früheren Partnern umgebracht. 

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