https://www.faz.net/-gum-7t2ca

Zoë Saldaña im Gespräch : „Ich bin eine Querulantin“

  • Aktualisiert am

Die Schauspielerin Zoë Saldaña 2013 bei der Premiere zu „Star Trek Into Darkness“ Bild: dpa

Nach Rollen in „Star Trek“ und „Avatar“ ist Zoë Saldaña in „Guardians of the Galaxy“ wieder auf der Leinwand zu sehen. Ein Gespräch über deutsche Männer, Rollen für selbstbewusste Frauen und ihre Mutter.

          5 Min.

          Zoë Saldaña ist sauer. Ausgerechnet am Tag der Londoner Europa-Premiere ihres neuen Films „Guardians of the Galaxy“ dominiert weltweit die Nachricht über ihre angebliche Schwangerschaft die Schlagzeilen sämtlicher Celebrity-News. Es ist also einer dieser Tage, an denen Presseagenten besonders nervös sind. Fragen zum Thema sind allerstrengstens verboten. Ein TV-Kollege versucht es mit „herzlichen Glückwunsch“. Kommt extrem schlecht an. Saldaña teilt vieles mit der Öffentlichkeit, aber einiges dann eben doch nicht. Im Juni vergangenen Jahres heiratete sie den italienischen Maler und Bildhauer Marco Perego. Selbst gut informierte Paparazzi hatten keine Ahnung. Nach zehn mäßig erfolgreichen Jahren im Filmgeschäft bekam ihre Karriere 2009 einen galaktischen Schub. Erst sah man sie in der Rolle der „Lieutenant Uhura“ in „Star Trek“ und dann als bläuliche Amazone „Neytiri“ in James Camerons „Avatar“. In der Comic-Adaption „Guardians of the Galaxy“ spielt Zoë Saldaña nun wieder eine schlagkräftige Außerirdische – diesmal in Grün.

          Sie tragen wieder keine Schuhe, wie bei unserem letzten Interview in Los Angeles. Wird das eine Art Barfuß-Interview-Tradition?

          (Lacht.) Ganz ehrlich? Die Dinger sind höllisch unbequem. Ich ziehe sie nur an, wenn ich über den Flur gehen muss oder auf die Pressekonferenz. Dann bin ich bereit, ein bisschen zu leiden.

          Apropos leiden: Es sieht beinahe so aus, als ob Sie sich Ihre Rollen danach aussuchen, ob Sie ein paar Machos verprügeln dürfen.

          Wenn ich Drehbücher lese, in denen die Frau ein einziges Klischee oder bedeutungslos ist, habe ich nicht mal Lust, den Regisseur zu treffen. Ich wüsste gar nicht, wo rüber ich mit ihm reden sollte, erst recht, wenn er es auch noch selbst geschrieben hat. Wahrscheinlich würde ich ihn fragen: „Was haben Sie sich verdammt noch mal dabei gedacht?“ Es gibt für mich Grundvoraussetzungen, und für die kämpfe ich.

          Wie kommt das in der Branche an?

          Das hört natürlich niemand gerne. Für meine Rolle in „Guardians of the Galaxy“ hatte ich auch Änderungswünsche. Die Frau war mir zuerst zu passiv. Drehbücher werden zu oft von Männern geschrieben und dann auch noch von weiteren Männern nachbearbeitet. Und keiner von denen versetzt sich ernsthaft in die Rollen der Frauen. Aber das ist wichtig. Ich habe dem Regisseur gesagt: Sei dieser eine Regisseur, der im Universum der Marvel-Comic-Verfilmungen eine echte Heldin zeigt, die nicht nur schmückendes Beiwerk ist. Sonst ist mir mein Sommer zu schade, um diese Rolle zu spielen. Denn die verlangen ja schließlich eine Menge von mir. Jeden Tag fünf Stunden Make-up und das ganze Kampftraining, nur damit ich am Ende dasitze und in den Hauptdarsteller verliebt sein soll.

          Ganz grün: Zoë Saldaña als Gamora mit ihrer Superhelden-Gang aus „Guardians of the Galaxy“

          Sie spielen häufig sehr verschlossene Heldinnen. Wie schnell schenken Sie einem Menschen Ihr Vertrauen?

          Ich bin New Yorkerin und wurde so erzogen, dass ich Menschen grundsätzlich misstraue. Obwohl das natürlich falsch ist. Ich habe daran gearbeitet und arbeite immer noch daran. Menschen sind jetzt für mich erst einmal grundsätzlich gut, bis sie dann ihr wahres Ich zeigen. Aber auch ich habe meine schlechten Tage, an denen mir Leute echt auf den Senkel gehen, und das lasse ich sie dann auch spüren. Das ist mein gutes Recht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ruinerwold in Aufruhr : Polizei nimmt auch Vater der isolierten Familie fest

          Fassungslos reagieren die Einwohner des niederländischen Dorfes Ruinerwold auf die mutmaßliche Freiheitsberaubung einer ganzen Familie zu der immer mehr Details ans Licht kommen. Nun hat die Polizei einen zweiten Verdächtigen verhaftet.
          Boris Johnson am Donnerstag in Brüssel.

          Brexit-Streit : Noch viel Überzeugungsarbeit für Boris Johnson

          Mit den EU-Partnern hat sich Großbritanniens Regierungschef auf eine neuen Entwurf des Brexit-Vertrags geeinigt. Doch im britischen Unterhaus muss Boris Johnson weiter um jede Stimme dafür kämpfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.