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Jury hat entschieden : „Zeitenwende“ zum Wort des Jahres gekürt

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Bild: dpa

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat den Begriff „Zeitenwende“ zum „Wort des Jahres“ 2022 gekürt. Olaf Scholz verwendete ihn nach dem russischen Angriff auf die Ukraine.

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          Krieg, Inflation, Pandemie, Waldbrände, Energiekrise – das Jahr 2022 wurde von vielen Ereignissen geprägt. Die Gesellschaft für deutsche Sprache wählte daher den Begriff „Zeitenwende“ zum „Wort des Jahres“.

          Bundeskanzler Olaf Scholz verwendete den Begriff in einer Rede am 27. Februar, also kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, als er von einer „Zeitenwende in der Geschichte unseres Kontinents“ sprach. Bundespräsident Steinmeier sprach im gleichen Zusammenhang am 28. Oktober von einem „Epochenbruch“. 

          „Signifikanz und Popularität“ entscheidend

          Als Wende wird dabei laut der Gesellschaft für deutsche Sprache nicht nur der erneute Krieg in Europa gesehen, sondern auch die veränderte Linie in der deutschen Politik: „Die deutsche Wirtschafts- und Energiepolitik musste sich völlig neu ausrichten. Verhältnisse zu anderen internationalen Partnern wie China wurden gleichfalls kritisch beleuchtet“, heißt es in der Erklärung von Jurymitglied Prof. Jochen A. Bär. Auch habe es eine „emotionale Wende“ in der Bevölkerung gegeben, so Bär, die einen Krieg stärker befürchte als zuvor. Der Begriff „Zeitenwende“ beschreibt das Ende einer Epoche und den Übergang zu einer neuen Ära.

          Seit 1977 zeichnet die Gesellschaft für deutsche Sprache, die aus mehr als 3000 Mitgliedern besteht, das „Wort des Jahres“ aus. Gewählt wird der Begriff von einer Jury, die durch den Hauptvorstand sowie wissenschaftlichen Mitgliedern dargestellt wird. Sie wählt dabei aus mehreren Tausend Begriffen, die in den Medien verwendet oder extra eingesendet werden, zehn Worte oder Sprachwendungen aus.

          Entscheidend für die Auswahl sind dabei „Signifikanz und Popularität“ und in welcher Weise ein Begriff die öffentliche Diskussion bestimmt hat. Zudem soll das Wort das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben abbilden können. Dieses Jahr standen nach „Zeitenwende“ auch „Krieg um Frieden“, „Gaspreisbremse“, „Inflationsschmerz“ und „Klimakleber“ auf der Liste. Im Jahr 2021 war „Wellenbrecher“ das Wort des Jahres, welches sich auf die Maßnahmen gegen die Corona-Wellen in der Pandemie bezog.

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