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El Capitan in Kalifornien : Zehn Jahre altes Mädchen erklimmt einen der schwersten Berge Amerikas

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Bild: SCHNEITER FAMILY

Als wahrscheinlich jüngster Mensch überhaupt klettert Selah Schneiter auf den El Capitan im Yosemite-Nationalpark – und überwindet dabei eine sehr gefährliche Steilwand. Auf dem Gipfel hat sie eine Botschaft an Mädchen in ihrem Alter.

          Als mutmaßlich jüngster Mensch überhaupt hat die zehn Jahre alte Selah Schneiter den El Capitan im Yosemite-Nationalpark im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien erklommen. Der etwa 2300 Meter hohe Berg gilt aufgrund seiner fast 900 Meter hohen, teilweise senkrechten Steilwand als einer der schwersten zu erkletternden Berge überhaupt und ist auch für geübte Kletterer eine große Herausforderung.

          Gemeinsam mit ihrem Vater, der selbst ein Kletterprofi ist, und einem Freund der Familie benötigte Schneiter insgesamt fünf Tage für die Route – inklusive Übernachtung in der Felswand. In den Pausen während des Kletterns hätten sie sich über Gott und die Welt unterhalten, sagte der Vater. Die Familie hat eine Klettertradition – der Vater traf Selahs Mutter ebenfalls beim Klettern am El Capitán. Selah will nun ihren siebenjährigen Bruder ermutigen, ihrem Vorbild zu folgen.

          „Wie isst man einen Elefanten? Mit kleinen Bissen!“

          „Unser Motto lautete: Wie isst man einen Elefanten? Mit kleinen Bissen!“, erklärte die Zehnjährige aus Colorado nach ihrer Leistung in einem ersten Fernsehinterview. Nach der erfolgreichen Besteigung sagte Schneiter, dass sie mit ihrer Leistung andere Mädchen inspirieren wolle, aktiv zu werden. Auf Fotos und Videomaterial, das Schneiters Vater während der Klettertour gedreht und nun veröffentlicht hat, ist zu sehen, wie das mit Seilen und Helm gesicherte Mädchen zunächst mit einem breiten Lächeln das Plateau des Berges besteigt – und ihre eigene Leistung anschließend kaum fassen kann und ein paar Freudentränen freien Lauf lässt. „Sie sagte, es seien ihre ersten Freudentränen überhaupt“, berichtete ihr Vater. Nach dem beschwerlichen Aufstieg hätten sie gezeltet, aber Selah sei wieder wie ein Kleinkind umhergestreift und habe jede Kleinigkeit erkundet. „Ich kann es nicht glauben, dass ich es geschafft habe“, sagte Schneiter – und feierte ihre Leistung auf dem Gipfel mit einer Pizza.

          Seleh Schneiter und ihr Vater Mike ruhen sich auf einer Halterung mitten in der Felswand von El Capitan vom ersten Teil ihrer Tour aus. Bilderstrecke

          Der El Capitan ist bei Kletterern und auch Base-Jumpern aufgrund seiner herausfordernden Steilwand beliebt und berüchtigt. Immer wieder müssen Bergsteiger ihre Touren abbrechen, es kommt zu Unfällen mit Knochenbrüchen und sogar Todesfällen. Geübte Bergsteiger benötigen für das Erklimmen des Berges etwa drei bis vier Tage – der Geschwindigkeitsrekord liegt allerdings bei unter zwei Stunden und wurde im Juni vergangenen Jahres aufgestellt.

          Zuletzt hatte der Rekord des amerikanischen Extremkletterers Alex Honnold am El Capitán für Aufsehen gesorgt. Honnold hatte als erster die 900 Höhenmeter des Granitriesens im Alleingang ohne Helm und ohne Seil bewältigt. Für sein halsbrecherisches Free-Solo-Abenteuer benötigte er weniger als vier Stunden. Die Ausnahmeleistung wurde in der oscargekrönten Dokumentation „Free Solo“ festgehalten.

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