https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/zdf-bergdoktor-hans-sigl-kaempft-gegen-das-klischee-17119015.html

ZDF-„Bergdoktor“ Hans Sigl : Der Zweifler vom Wilden Kaiser

Der „Bergdoktor“-Darsteller Hans Sigl Bild: Susanne Sigl

Hans Sigl ist der „Bergdoktor“. Die Serie zählt zu den erfolgreichsten im deutschen Fernsehprogramm – und doch kämpft Sigl seit 13 Jahren mit Heile-Welt-Klischees. Jetzt trägt Alice Schwarzer zu seiner Ehrenrettung bei.

          6 Min.

          Es kommt gar nicht so selten vor, dass Hans Sigl Begegnungen wie diese hat: Er lernt jemanden kennen, man plaudert ein bisschen, und irgendwann senkt sein Gegenüber die Stimme: „Herr Sigl, jetzt muss ich Ihnen mal was gestehen.“ Pause. „Ich habe es auch geguckt.“ Es – das ist nicht etwas Verbotenes oder Anrüchiges, sondern eine der erfolgreichsten Serien im deutschen Fernsehen und heißt „Der Bergdoktor“. Familienprogramm zur besten Sendezeit. Und doch hat Hans Sigl, der als Hauptfigur den Dr. Martin Gruber spielt, manchmal das Gefühl, er drehe einen Alpenporno, weil so viele Menschen „es“ heimlich schauen. Sigl entgegnet auf Geständnisse dieser Art regelmäßig ganz trocken: „Was müssen Sie mir da gestehen? Es läuft um Viertel nach acht im ZDF.“

          Anke Schipp
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sigl hat an diesem Vormittag frei und sitzt in einem Hotelzimmer am Wilden Kaiser in Österreich, wo die letzten Drehtage für die nächste Staffel des „Bergdoktors“ stattfinden, die gleich im neuen Jahr am 7. Januar startet. Zum Video-Interview lächelt er so zuversichtlich in die Kamera wie der Arzt, den er spielt, nachdem er dem Patienten mitgeteilt hat, dass die Blutwerte Grund zum Optimismus geben.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Holocaustgedenken : Hinweg mit der deutschen Erinnerungskultur

          Deutschland trauert und gedenkt gedanklich unzureichend, widersprüchlich und inhaltlich zu deutsch. Amtsdeutsches Trauern und Gedenken orientiert sich an einem Volk, das es so gar nicht mehr gibt. Ein Gastbeitrag.