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Neuer Höchststand : Mehr als 20.000 Deutsche älter als 100 Jahre

Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, hatten 20.465 Personen die Hundert-Jahre-Marke überschritten, das waren 3523 mehr als im Jahr zuvor. (Symbolbild). Bild: dpa

Noch nie gab es in Deutschland so viele Hochbetagte wie im vergangenen Jahr. Das errechnete das Statistische Bundesamt. Die hohe Zahl könnte an zwei Gründen liegen.

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          Auch wenn die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland nahezu unverändert im Vergleich zu den Vorjahren ist – sie betrug 2020 für neugeborene Mädchen 83,4 Jahre und für neugeborene Jungen 78,6 Jahre –, so hat es im vergangenen Jahr doch erstmals mehr als 20.000 Hochbetagte im Alter von 100 Jahren und älter gegeben.

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, hatten 20.465 Personen die Hundert-Jahre-Marke überschritten, das waren 3523 mehr als im Jahr zuvor. Grund dafür sind nach Angaben der Statistiker vor allem der medizinische Fortschritt und steigende Wohlstand in Deutschland. 

          Warum unter den besonders alten Menschen in Deutschland 16.454 und damit mehr als 80 Prozent Frauen sind, ist für die Wissenschaftler hingegen noch ein Rätsel. Es könnte, wie es heißt, an ihrer Lebensweise liegen.

          Neben strukturellen Geschlechterunterschieden könnten auch genetische Aspekte eine Rolle spielen. Frauen, die 1920 geboren wurden, haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 64,7 Jahren, bei den Männern liegt sie bei 57,5 Jahren.

          Vor 100 Jahren war allerdings auch die Säuglingssterblichkeit noch um ein Vielfaches höher. Während unabhängig vom Geschlecht heute dank der massiv verbesserten Lebensverhältnisse in Deutschland nur noch 0,3 Prozent der neugeborenen Kinder im ersten Lebensjahr sterben, waren es 1920 etwa 41-mal so viele lebend geborene Mädchen (zwölf Prozent) und sogar 45-mal so viele Jungen (14 Prozent). 

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