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Wortlose Ankunft : Strauss-Kahn zurück in Paris

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Sichtlich froh, wieder in Frankreich zu sein: Dominique Strauss-Kahn Bild: AFP

Vier Monate nach seiner Festnahme in New York ist der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn nach Frankreich zurückgekehrt. Mit Spannung wird erwartet, wie und wann er sich äußern wird.

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          Er lächelte, sagte aber nichts: Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn ist zurück in seiner Heimat. Er landete gemeinsam mit seiner Frau Anne Sinclair am Sonntagmorgen in Paris. Zahlreiche Journalisten hatten seine Ankunft dort erwartet. Strauss-Kahn, dem in den Vereinigten Staaten die Vergewaltigung eines Zimmermädchens vorgeworfen worden war, verließ den Flughafen lächelnd, enthielt sich aber jeden Kommentars. Zahlreiche Sicherheitskräfte umringten das Paar.

          Strauss-Kahn war am späten Samstagabend (Ortszeit) zusammen mit seiner Ehefrau Anne Sinclair vom New Yorker Flughafen John F. Kennedy losgeflogen. Auf demselben Flughafen war Strauss-Kahn am 14. Mai festgenommen worden, nachdem ein New Yorker Zimmermädchen ihn beschuldigt hatte, sie in einem Hotel vergewaltigt zu haben.

          Kurze Zeit, nachdem die Vorwürfe bekannt geworden waren, trat der Franzose als Chef des Internationalen Währungsfonds zurück. Vor seiner Festnahme galt Strauss-Kahn außerdem als aussichtsreichster Kandidat für die Präsidentenwahl in Frankreich im kommenden Jahr.

          Nicht nur beim Fototermin an seiner Seite: Anne Sinclair, Ehefrau von Strauss-Kahn, hatte in den vergangenen vier Monaten durch ihre Loyalität zu ihrem Mann beeindruckt

          Ein amerikanisches Gericht stellte das Strafverfahren gegen Strauss-Kahn vor knapp zwei Wochen ein, weil die Klägerin als unglaubwürdig eingeschätzt wurde.

          In Paris wird heftig spekuliert, ob, wann und in welcher Form sich Strauss-Kahn zu den Ereignissen der vergangenen Monate äußern wird. Strauss-Kahn hatte von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht und bislang keine Version des Geschehens geliefert. Seine Anwälte hatten auf dunkle Stellen in der Vergangenheit Diallos und widersprüchliche Aussagen zu ihrem Verhalten nach der mutmaßlichen Tat hingewiesen.

          In Frankreich hat die Justiz unterdessen Vorermittlungen im Fall Tristane Banon aufgenommen. Die junge Frau beschuldigt Strauss-Kahn ebenfalls der versuchten Vergewaltigung - allerdings liegt der Vorfall bereits acht Jahre zurück. In den Vereinigten Staaten ist der Franzose zudem mit einer Zivilklage der Hotelangestellten Diallos konfrontiert, die ihn auf Schadensersatz verklagt hat.

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