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Winterwetter in Europa : Schnee auf der Akropolis

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Russland: Ein städtischer Arbeiter räumt Schnee vor einem Soldaten der Ehrengarde in Moskau. Bild: dpa

Der Winter hat weite Teile Europas fest im Griff: Während Moskau den Schneerekord knapp verpasst, freuen sich die Niederländer am Wochenende über zugefrorene Grachten – und sogar auf der Akropolis fiel Schnee.

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          Die Kältewelle in Europa hatte auch die Niederlande in den vergangenen Tagen fest im Griff und bescherte dem Land die erste Extremwetterlage seit mehr als zehn Jahren. Der Zugverkehr musste zwischenzeitlich landesweit eingestellt werden. Doch die Niederländer nahmen die ungewohnte Kälte allgemein sehr dankbar auf, gelten sie doch seit jeher als begeisterte Eislaufnation. Im ganzen Land lockte das Winterwetter am Wochenende Menschen mit Schlittschuhen aufs Eis, auch in Amsterdam gingen viele Bewohner „schaatsen“ – unter anderem auf der bekannten Prinsengracht, einer der drei Hauptgrachten des Amsterdamer Grachtengürtels.

          Auf Social Media wurden Tausende Bilder von Schlittschuhläufern geteilt. Der staatliche Eislaufverband KNSB sah sich berufen, vor dem teilweise zu dünnen Eis zu warnen, außerdem gelte es angesichts der Corona-Pandemie, unnötige Ausflüge zu vermeiden. Mit der winterlichen Herrlichkeit ist es in dieser Woche ohnehin schon wieder vorbei: Von Montag an werden steigende Temperaturen erwartet, das Eis dürfte wieder tauen.

          Niederlande: Schlittschuhläufer laufen auf der gefrorenen Oberfläche von Amsterdams historischem Prinsengracht-Kanal.
          Niederlande: Schlittschuhläufer laufen auf der gefrorenen Oberfläche von Amsterdams historischem Prinsengracht-Kanal. : Bild: dpa

          Schnee auf der Akropolis

          Die Kältefront „Medea“ hat mit starkem Schneefall und stürmischen Winden erhebliche Probleme vor allem in Nord- und Mittelgriechenland verursacht. Schnee fiel auch auf der Akropolis, dem Wahrzeichen Athens, blieb aber nicht liegen, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete. Die Thermometer in Athen zeigten am Montagmorgen Werte um null Grad an.

          Im Norden des Landes wurden in der Nacht zum Montag Temperaturen bis zu minus 15 Grad gemessen. Wegen stürmischer Winde mussten fast alle Fährverbindungen eingestellt werden, wie die Küstenwache mitteilte. Mit dem Höhepunkt der Kältewelle rechnen griechische Meteorologen am Dienstag. Es werde mit noch stärkerem Schneefall gerechnet, teilte das Wetteramt (EMY) mit. Bereits am Donnerstag sollen die Temperaturen dann in vielen Teilen des Landes wieder im zweistelligen Plus-Bereich liegen.

          Griechenland: Ein Blick auf den mit Schnee bedeckten Weißen Turm in der nördlichen Stadt Thessaloniki.
          Griechenland: Ein Blick auf den mit Schnee bedeckten Weißen Turm in der nördlichen Stadt Thessaloniki. : Bild: dpa

          Auf der Inselgruppe der nördlichen Sporaden ist am Montag der Strom ausgefallen. Eingestürzte Bäume hätten auf dem Festland das Kabel durchtrennt, über das die Inseln versorgt werden, berichtete das Staatsfernsehen. Wegen vereister Fahrbahn musste am Montagmorgen die Nationalstraße Athen-Thessaloniki an zwei Stellen nördlich der griechischen Hauptstadt gesperrt werden, wie die Verkehrspolizei mitteilte. Die meisten Straßen in Mittel- und Nordgriechenland waren demnach nur mit Schneeketten befahrbar.

          Knapp am Schneerekord vorbei

          Russlands Hauptstadt Moskau hat nach tagelangen Schneefällen nur knapp einen Rekord verpasst. Am Sonntagmorgen sei die Schneedecke 59 Zentimeter hoch gewesen, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf ein staatliches Meteorologie-Zentrum. Das war demnach der zweithöchste Wert seit Beginn der Messungen im Jahr 1879. Nur 1956 lag der Schnee mit 60 Zentimetern noch höher. In den kommenden Tagen erwarten die Meteorologen kaum noch Neuschnee.

          Rund 70.000 Arbeiter sind unterdessen damit beschäftigt, die Schneemassen von den Straßen von Europas größter Metropole zu räumen. Laut Moskaus stellvertretendem Bürgermeister Pjotr Birjukow sind dafür fünf Tage eingeplant. Birjukow versprach außerdem, an Moskaus Autobahnring Verpflegungsstände für Autofahrer einzurichten, die aufgrund des Wetters im Stau feststecken. An den drei Flughäfen der Stadt waren am Sonntag mehr als 80 Flüge verspätet und einzelne gestrichen.

          Unter der Schneelast sackten laut Katastrophenschutz mehrere Gebäudedächer ein. Zwei Menschen starben.

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