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Der Ort Windsor : Public Viewing zur royalen Hochzeit

Allerdings spendiert Elisabeth ein Mittagessen in der St.-Georgs-Halle im Schloss von Windsor. Zur abendlichen Feier wiederum bittet Charles 200 handverlesene Angehörige und Freunde des Brautpaars ins Frogmore House, eine weitere Residenz fußläufig von Windsor Castle entfernt, die so heißt, weil es dort von Fröschen nur so wimmeln soll.

Die Hunderttausende, die nun in Windsor und um Windsor herum erwartet werden, haben nur nach der Trauung etwa gegen 13 Uhr Gelegenheit, Harry und Meghan zu sehen. Was in der Kirche passiert, können sie auf großen Leinwänden verfolgen – etwa im Park Alexandra Gardens unweit des Schlosses. Nur 2640 Auserwählte haben das Glück und dürfen sich innerhalb der Schlossmauern aufhalten. Die meisten von ihnen arbeiten für Wohltätigkeitsorganisationen, die Harry und Meghan besonders am Herzen liegen, oder sie haben sich um das Königreich verdient gemacht, wie der 30 Jahre alte Philip Gillespie aus Nordirland, der im Afghanistan-Krieg als Soldat sein rechtes Bein verloren und an den von Prinz Harry ins Leben gerufenen Invictus Games UK für Kriegsversehrte teilgenommen hat. Eingeladen wurde aber auch die zwölf Jahre alte Amelia Thompson aus Yorkshire, die den Terror-Anschlag in der Manchester-Arena im Mai 2017 überlebte.

Nach der Trauung einmal durch Windsor

Sie alle werden Harry und seinen Trauzeugen William schon vor der Kirche sehen, wie sie zu Fuß zur Kirche gehen. Auch die Ankunft der Familie, die im Chor der St George’s Chapel Platz nimmt, werden sie verfolgen können. Meghan erscheint zum Schluss und wird in der Kirche zunächst nur von ihren zehn Blumenkindern begleitet, dann tritt Prinz Charles, ihr künftiger Schwiegervater, an ihre Seite und begleitet sie in Vertretung für den erkrankten Vater durch den Chor zum Altar und zu ihrem Bräutigam.

Da die Sonne scheinen wird – alle Welt redet in Windsor nur vom „königlichen Hoch“, das sich rechtzeitig über dem Königreich breitgemacht hat –, werden die beiden danach in einem offenen Ascot Landau einmal durch Windsor fahren, den Schlosshügel hinab und weiter über High Street und den Long Walk zurück zum Schloss. Traditionell gezogen wird die Kutsche von vier Windsor-Grey-Pferden, von Milford Haven, Sir Basil, Tyrone und Storm, die aus den königlichen Stallungen in Ascot stammen.

Auf diesem Moment heute Nachmittag wartet auch schon Sharon McEwan, die am Freitagmorgen früh aus London angereist ist und nun an der Ecke von Castle Hill und High Street ihren Campingstuhl tapfer verteidigt. Und das will sie auch die ganze Nacht hindurch tun, auch wenn die Polizei das eigentlich untersagt hat. Sharon McEwan trägt natürlich Krone, um die Schultern den Union Jack und in den Händen einen Pappbecher mit kaltem Kaffee. Um sie steht ein Heer von Journalisten. Die Hausfrau und neunfache Großmutter strahlt übers ganze Gesicht und in jede Kamera. Für sie, die sich selbst als „coloured“ bezeichnet, geht ein Traum in Erfüllung: England bekommt eine „schwarze Prinzessin“. Was wohl die Queen dazu sagt? „Ich weiß“, sagt Sharon McEwan voller Überzeugung, „dass die Königin total glücklich darüber ist.“

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