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130 Jahre elektrischer Stuhl : „Um Himmels Willen, bringt ihn um“

Auf dem Stuhl: William Kemmlers Elektrokution als Stich Bild: Science Photo Library

Die erste Hinrichtung auf einem elektrischen Stuhl vor 130 Jahren in New York ging gründlich schief. Auf dem Stuhl saß ein Mann, dessen Eltern aus Deutschland in die Vereinigten Staaten eingewandert waren.

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          Sein Tod war vor allem für die Zuschauer grausam. Ob William Kemmler große Schmerzen erleiden musste, lässt sich mit Gewissheit nicht sagen. Eine Autopsie, nur drei Stunden nach der Hinrichtung von fünf Ärzten ausgeführt, kam zu dem Ergebnis, dass der Tote wohl schon kurz nach dem ersten Stromstoß bewusstlos und sein sich über acht Minuten hinziehendes Ende „augenscheinlich schmerzfrei“ war. Dass seine Adern verkohlt, Haut und Haare versengt und verbrannt waren, vor allem dort, wo man die Elektroden an Kopf und Rücken angebracht hatte, fand allerdings ebenfalls Erwähnung.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Die erste Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl vor 130 Jahren ging gründlich schief. Die „New York Times“ berichtete am Tag nach der Hinrichtung, dem 6. August 1890, ausführlich über das misslungene Experiment. Denn das sollte es sein. Es wurde zur „Schande für die Zivilisation“, wie die Zeitung schrieb. „Kein Verbrecher in modernen Zeiten hat so furchtbar leiden müssen wie Kemmler gelitten hat.“ Sein Tod sei so furchtbar gewesen, dass die Menschen mit Horror und Abscheu davon erfahren würden.

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