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Linie U6 : Wiener U-Bahn verteilt Deos an Fahrgäste

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17,4 Kilometer verkehrt die U6 oberirdisch. Im Sommer heizen die Züge deshalb schnell auf. Bild: Wiener Linien / Martin Schiffer

Wer am Montagmorgen in Wien mit Linie U6 fuhr, bekam von Mitarbeitern am Bahnsteig ein Deo angeboten. Stinken die Fahrgäste etwa?

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          Entschuldigungsgeschenke von Öffentlichen Verkehrsbetrieben kennt man eher als kleine Fertigküchlein, wie derzeit in Frankfurt, wo der S-Bahn-Tunnel gesperrt ist. In Stuttgart wurden auch schon mal Schokoladenweihnachtsmänner verteilt, in München ließ die Bahn sogar Thermen-Gutscheine springen. Die Wiener Linien haben sich etwas ganz anderes einfallen lassen: Für die Fahrgäste gab es am Montagmorgen 14.000 Deos.

          Grund für die Aktion waren keine Verspätungen, sondern die Hitze in den Waggons: „Nur die Hälfte der Züge auf der U6 ist klimatisiert“, sagt Wiener-Linien-Sprecher Daniel Amann. „Die U6 fährt aber einen Teil der Strecke oberirdisch, dadurch heizen sich die Waggons im Sommer besonders schnell auf.“ Die Wiener Linien haben sich deshalb ein „Cooling-Paket“ ausgedacht. In diesem Rahmen wurden die Waggons bereits mit Sonnenschutzfolien und Lüftungskiemen aufgerüstet, um bis zu vier Grad sollen sie die Temperatur in der U6 senken. Zu diesen Maßnahmen kam nun noch das kostenlose Deo für die Handtasche hinzu.

          Aber schwingt bei solchen Geschenken nicht immer die Botschaft „Du stinkst“ mit? „Das war vor allem als Trostpflaster gedacht“, erklärt Amann. „Hohe Temperaturen können auch ein Auslöser sein, dass man Gerüche verstärkt wahrnimmt.“ Wer trotz den Kühlmaßnahmen immer noch schwitzt, soll sich so etwas erfrischen können – und natürlich unangenehme Gerüche überdecken. Es ist nicht die einzige Aktion der Wiener Linien gegen Gestank in der U-Bahn: Ab September soll ein Verbot von stark riechenden Speisen wie zum Beispiel Döner gelten.

          Bei den Fahrgästen kam zumindest das Deo, das einen frischen Unisex-Geruch hat, gut an. Amann zufolge wurde es den Verteilen regelrecht „aus den Händen gerissen“. Ein zweiter Verteiltermin musste wieder abgesagt werden, weil alle 14.000 Deos bereits am Montag ausgegeben wurden. Eine Wiederauflage der Aktion ist vorerst nicht geplant. „Nächstes Jahr vielleicht“, sagt Amann. Bis dahin müssen die Fahrgäste entweder sparsam mit ihrem gratis Deo sein – oder sich ein eigenes kaufen.

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