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Wildschutzgebiet in Zimbabwe : „Zum Glück haben wir noch keinen unserer Männer verloren“

Am nachhaltigsten prägte eine Jagdsafari mit dem britischen Krokodiljäger Bobby Wilmot den jungen Deutschen. Wilmot hatte im Okawango-Delta eine Lizenz für den Abschuss von 2000 Krokodilen im Jahr. Pabst, damals 21 Jahre alt, knatterte mit einem Borgward Isabella über die rote Erde nach Botswana. Noch heute schwärmt er von den Zebraherden, den Dörfern und Höhlen der Buschmänner, der nächtlichen Krokodiljagd in den Sepopa-Sümpfen. Zwei Wochen lang war er mit Wilmot unterwegs. „Für jedes Krokodil hatten wir einen Schuss, das größte war 17 Fuß lang.“ Tagsüber erlegten die Männer Büffel, abends im Camp machten sie aus deren Fleisch Biltong, Trockenfleisch. „Seit damals bin ich mit dem Wildlife-Virus infiziert“, sagt Papst.

Er liebte Afrika, hatte aber seine Probleme mit den „verkrampften Buren“, wie er sagt. 1968 ging er deshalb für die Hamburger Spedition Kühne & Nagel nach Persien, ins Land des Schahs Reza Pahlevi. 1970 kehrte er zurück nach Südafrika und arbeitete im Außenhandel. 1980 verschlug es ihn wieder nach Hamburg, wo er als Schifffahrts- und Transportkaufmann für die Containerfirma SSI aus San Francisco arbeitete – zuständig für die Geschäfte mit Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Bald machte sich Papst mit zwei Geschäftspartnern selbständig und gründete die Firma Triton Holdings Ltd., die auf der ganzen Welt Container für Frachtschiffe verleiht. Mit Hilfe eines Geldgebers aus der Pritzker-Familie, die zu den Gründern der Hyatt-Hotelgruppe gehört, wurde Triton schnell Weltmarktführer – und Pabst wurde reich. 1989 stieg er ins Geschäft mit Bodenschätzen ein, erwarb in Südafrika Minen: Chromerz, Andalusit, Tantalit.

Die Geschichte von Harry Wolhuter und der Löwin

Als ihm 1992 angetragen wurde, sich an dem Projekt in Zimbabwe zu beteiligen, hatte er Bedenken. Nachdem die Devuli-Ranch zerschlagen war, wurden Interessenten gesucht, die das Gelände in ein Naturschutzgebiet, die Save River Conservancy, umwandeln sollten. Doch im ehemaligen Rhodesien herrschte seit 1980 der Kommunist Robert Mugabe, und er trieb das Land, das einmal als Kornkammer des südlichen Afrikas galt, immer weiter in den Ruin. Es sollte noch gut zehn Jahre dauern, bis Mugabe seine Leute auf weiße Farmer hetzte und sie gewaltsam aus seinem Herrschaftsgebiet vertrieb. Doch schon damals war nicht zu übersehen, welche katastrophalen Auswirkungen die maoistischen Experimente auf afrikanischem Boden hervorbrachten. Pabst sagte trotzdem Ja – er hatte sich auf Anhieb in die Landschaft im Lowveld verliebt.

Zu viele Elefanten setzen den Baobabs deutlich zu. Manager David Goosen vor einem der Bäume, dessen Rinde durch gefräßige Elefanten geschädigt wurde.

Der südafrikanische Dokumentarfilmer Kim Wolhuter kann die Liebe zu Sango nachvollziehen. Vor drei Monaten hat er hier mit Frau und Kleinkind sein Quartier aufgeschlagen. Wolhuter, 60 Jahre alt, ist seit 35 Jahren im Geschäft. Er hat preisgekrönte Filme gedreht, über Geparden, Löwen oder Leoparden, hauptsächlich aber über Tiere, denen gemeinhin wenig Sympathie entgegengebracht wird – über Hyänen zum Beispiel. Seine dritte Hyänen-Dokumentation ist bald fertig.

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