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Aufnahmetests gefälscht? : Wie amerikanische Stars Elite-Universitäten bestochen haben sollen

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Schauspielerin Felicity Huffman und ihr Ehemann William H. Macy Bild: EPA

Eigentlich rühmen sich amerikanische Elite-Universitäten damit, ihre Plätze für gute Leistung zu vergeben. Ein Bestechungsskandal deckt nun auf, wie dieses System unterwandert worden ist – einige bekannte Namen tauchen unter den möglichen Tätern auf.

          In mehreren amerikanischen Universitäten sollen Dutzende wohlhabende Eltern Bestechungsgeld gezahlt haben, um ihren Kindern einen Platz an renommierten Universitäten zu beschaffen. Der amerikanische Staatsanwalt Andrew Lelling kündigte die Anklage in Boston am Dienstag an. Durch „Bestechung und andere Formen des Betrugs“ hätten die Betroffenen versucht, die Annahme ihre Kinder zu erwirken, heißt es demnach in der Anklage. Die Fälle reichen bis ins Jahr 2011 zurück und betreffen die Universitäten Yale, Stanford, die University of Southern California und die UCLA in Kalifornien.

          Unter den fast 50 mutmaßlichen Tätern befinden sich mehrere bekannte Persönlichkeiten aus der Filmbranche, Modebranche und auch aus der Wirtschaft. Felicity Huffman, bekannt aus der Fernseh-Serie „Desperate Housewives“, und Lori Loughlin aus der Sitcom „Full House“ zählen zu der Liste der Angeklagten. Schauspielerin Huffman soll laut Anklage 15.000 Dollar (13.000 Euro) Schmiergeld gezahlt haben, um zu erreichen, dass Antworten ihrer ältesten Tochter beim landesweiten Einstufungstest SAT nachträglich aufgebessert werden.

          Im Zentrum des Betrugsfalls steht der Gründer eines Vorbereitungsseminars für Universitäten, William Rick Singer, berichtet die New York Times. Singer half Studenten, bei den standardisierten Aufnahmetests zu betrügen und bezahlte Schmiergelder an die Sport-Coaches, die die athletische Bewertung  für die Universitätsbewerbungen durchführten. Teils sollten die Kinder der Angeklagten unabhängig von ihren sportlichen Leistungen als Sport-Stipendiaten angenommen werden, in anderen Fällen sollte es Hilfe bei Aufnahmeprüfungen geben. Viele amerikanische Hochschulen locken herausragende Sportler mit wertvollen Stipendien. Unter den Angeklagten sind laut den Berichten mehrere Trainer von College-Sportmannschaften.

          Der Georgetown Universitätscampus in Washingtion

          Durch ihre unfaire Einflussnahme auf den Wettbewerb um die Universitätsplätze seien die angeklagten Eltern jedoch die Hauptschuldigen bei diesem Betrug, teilte Staatsanwalt Lelling am Dienstag mit. „Die wahren Opfer in diesem Fall sind die fleißigen Studenten, die durch weniger gut qualifizierte Studenten und deren Familien benachteiligt wurden“.

          Aufgedeckt wurde der Fall laut Staatsanwaltschaft durch einen Hinweis in einem anderen Fall, der auf in diesem Zusammenhang möglicherweise aufkommende Betrugsfälle aufmerksam machte.

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