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Ein Leben ohne Papiere : 40 Jahre ohne Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland

Sie war immer da: Ruby mit dem Bruder unserer Autorin Bild: privat

Ruby hat unsere Autorin einst gefüttert und gehütet – und durfte ihre eigene Familie nie besuchen. Über eine Frau, die sich jahrelang vor den Behörden verstecken musste.

          6 Min.

          Auf dem Esstisch lagen nie Gabel und Messer. Ruby fütterte mich stets mit der Hand, bis ich mir den warmen Reis mit Lachs selbst in den Kindermund schieben konnte. Das Essen schmeckte besser, wenn ich es mit der Hand aß, und es schmeckte am besten, wenn ich währenddessen japanische Animé-Zeichentrickserien in Rubys Wohnung schauen durfte, gekrönt von einem kleinen Schokoladeneis zum Dessert.

          Johanna Christner
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Als ich erwachsen wurde, dachte ich oft sehnsüchtig an die unbeschwerten Nachmittage bei Ruby zurück. Ich dachte auch daran, dass dieser Mensch, den ich so lieb hatte, ein Geheimnis war. Dass diese Wohnung, in der sie mich gefüttert hatte, nicht wirklich ihre Wohnung war. Ruby war „illegal“, das sagte man mir als Kind. Ein Mensch, der in Deutschland offiziell nicht existierte. Ein Mensch ohne Aufenthaltsgenehmigung.

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