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Netflix und Co. : Genug mit all den Serien! Ich kann nicht mehr!

Bezahl- und Streamingdienste: Netflix, Amazon Prime und Co. sind heute nicht mehr wegzudenken. Bild: dpa

Netflix, Amazon Prime und, und, und. Das moderne Fernsehen steht heutzutage beinah automatisch mit Bezahl- oder Streamingdiensten in Verbindung. Wie ich bei der Revolution unseres Fernsehverhaltens mitmachte – und wie sie mich beinahe auffraß.

          9 Min.

          Gibt es eigentlich einen Roman oder Spielfilm aus dem utopisch-dystopischen Genre, der auch nur annähernd vorhergesehen hat, wie besessen unsere Zeit von der Fernsehserie sein würde? Jules Verne imaginierte eine Reise zum Mond, und das ein Jahrhundert, bevor sie stattfand; George Orwells „1984“, im Jahr 1948 fertiggestellt, ist ein Tool für die Analyse der totalitär-paranoiden Schübe in der Moderne geworden, bis hin zu Donald Trump. Doch soweit ich sehe, kommen in keinem dieser hellsichtigen Werke Studenten vor, die an der Essensausgabe in der Mensa hibbelig werden, denn: „In fünf Tagen kommt ,Game of Thrones‘ zurück!“ Oder Teenager, die quengeln: „Ach, Papa, bitte, nur noch eine Folge ,Modern Family‘!“

          Bertram Eisenhauer

          Verantwortlich für das Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nun muss man sagen: Es gibt noch immer die Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen, es gibt „In aller Freundschaft“ und „Germany’s Next Topmodel“. Doch das moderne Fernsehen vornehmlich amerikanischer Provenienz, wie es sich vor allem bei fiktionalen Stoffen darstellt und meist über Bezahl- oder Streamingdienste eintrifft, hat so gar nichts mehr mit dem TV unserer Eltern oder Großeltern zu tun. Beweisstück Nummer 1 ist eben „Game of Thrones“ („GoT“), die Multi-Familien-Saga um Macht, Gewalt und Sex in einer Art alternativem Mittelalter, deren Rückkehr mit einer achten und finalen Staffel schon seit Wochen eine Bugwelle der Erwartung vor sich herschiebt.

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