https://www.faz.net/-gum-9ha7g

Kanalisationsrundgang München : Das Wasser muss raus aus der Stadt!

Eine Besuchergruppe besichtigt den Regenauslasskanal zur Isar an der Ungererstraße in München. Bild: Dominik Gierke

Im Jahr 1818 wurde Max von Pettenkofer geboren, dem München seine moderne Kanalisation verdankt. Anlässlich seines 200. Geburtstages öffnet die Stadt die Pforten in den Untergrund.

          5 Min.

          Man will da nicht reinfallen. Was da in der Kanalisation an der Akademiestraße im Münchner Stadtteil Maxvorstadt im Abwasser vorbeischwimmt, erkennt man mit geschlossenen Augen. Der Geruch, eine ausgewogene Mischung aus Fäkalien und Fäulnis, verleidet jeden tieferen Atemzug, die Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent umfängt einen wie eine alte Decke. Im spärlichen Licht der Kaverne, des Hohlraums im Kanal, stechen an den dunkelroten Ziegelwänden nur die weißen Schimmelstreifen hervor, ebenso wie im trüben Wasser die kleinen weißen Tücher, die von den vorbeitrudelnden braunen Klumpen so zart überdeckt werden wie leichter Schnee von einem Haufen Matsch.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Dass die wichtigste Regel „Mund zu!“ lautet, wenn man reinfällt, leuchtet unmittelbar ein. Jedem Kanalreiniger passiert das früher oder später, dass er „getauft“ wird, wenn er bei seinem Gang oder eher bei seinem Kriechen durch die oft nur 110 Zentimeter hohen Kanäle der Münchner Stadtentwässerung im Abwasser ausrutscht. Wer dann etwas schluckt, das erklärt Martin Preller, seit 26 Jahren als Kanaler im Einsatz, muss sofort ins Krankenhaus und auf Infektionen untersucht werden.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Oliver Zipse

          F.A.S. exklusiv : BMW baut den i3 weiter

          Neue Manager, mehr Tempo: BMW-Chef Oliver Zipse baut den Konzern um. An dem teuren Elektroauto i3 hält er aus gutem Grund fest, wie er in seinem ersten Interview sagt.