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Schulschließungen : Was sollen wir denn jetzt machen?

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Viele Wochen zu Hause - das kann auch langweilig sein. Bild: Picture-Alliance

Keine Schule, kein Verein, keine Treffen mit Freunden. Wie gehen Kinder damit um? Wir haben sie gefragt.

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          Emily, 10. Klasse, Berlin:

          Ich hätte mir nie vorstellen können, dass die Schule schließt. Aber die letzten Tage haben wir es fast schon erwartet. Vor allem seit in Italien alles, alles dicht ist. Wir haben Austauschschüler in Norditalien, die seit drei Wochen zu Hause rumhängen und keinen Bock mehr haben, weil alles zu ist und sie nicht mehr raus dürfen. Wir kriegen den ganzen Tag gelangweilte Nachrichten, weil die nichts zu tun haben, außer zu lernen. Ich hoffe, bei uns wird das nicht so. Unsere Italienischlehrerin hat zwar schon angekündigt, dass sie uns einen Batzen Material mitgeben will, und dann müssen wir Aufgaben erfüllen und sie ihr per E-Mail schicken. In Englisch sollen wir den „Lernraum“ nutzen, das ist so eine Website vom Land Berlin, wo die Lehrer Aufgaben einstellen können. Das Problem ist, dass der Server am Freitag schon überlastet war, weil alle sich anmelden sollten.

          Carlotta, 12. Klasse, München:

          Klar freut man sich. Als Schülerin ist es natürlich cool, einfach fünf Wochen frei zu haben. Aber ich bin Abiturientin, und da hat jeder das Abi im Hinterkopf. Deswegen finde ich das nicht so gut, dass die Schulen schließen, weil uns einfach Stoff fehlt. Ich werde mir vornehmen, zu lernen und mir den Stoff selber beizubringen, aber ob ich es am Ende durchziehen werde, ist die Frage.

          Fine, 8. Klasse, Mainz:

          Als die Durchsage am Ende der Stunde kam, haben alle gejubelt, und es sind sogar ein paar Bälle durch die Gegend geflogen. Meine Klasse hat’s total gefeiert, es war fast in Richtung Party. Ich habe mich natürlich auch gefreut, aber ich habe es auch kritisch gesehen: Das ist viel Stoff, den wir nachholen müssen. Wir haben Schulaufgaben bekommen. Was ich sonst machen werde, weiß ich noch nicht, sportliche Aktivitäten darf man ja auch nicht mehr machen, eigentlich spiele ich Hockey und Volleyball. Und mit Freunden treffen ist auch schwierig, ich möchte ja kein Risiko eingehen. Aber man kann ja telefonieren und schreiben. Und wir haben zum Glück einen Garten mit einem Trampolin. Aber nach zwei Wochen wird mir bestimmt ziemlich langweilig.

          Nina, 9. Klasse, Frankfurt:

          Es ist komisch, es fühlt sich noch so unrealistisch an. Es ist plötzlich alles auf einmal gekommen, und ich hätte nicht erwartet, dass es quasi auch mich betrifft. Es fühlt sich nicht an wie Freizeit. Es kommt mir vor, als hätte ich eine Verantwortung, weil ich trotzdem etwas für die Schule machen muss. Die Schule selbst wird mir nicht so sehr fehlen, aber Leute zu treffen und mich auszutauschen über die Sachen, die vor sich gehen.

          Adrian, 5. Klasse, Frankfurt:

          Ich will mir neue Spielsachen kaufen, werde Fernsehen und Serien bei Netflix schauen, was für die Schule lernen und mich mit Freunden treffen. Aber im Park oder zu Hause, nicht auf der Zeil oder woanders, wo viele Leute sind. Wir haben meinen Opa und meine Oma besucht, da war es noch nicht so schlimm. Jetzt soll ich sie erst mal nicht besuchen.

          Liliana, 3. Klasse, Frankfurt:

          Ich finde es blöd, weil wir jetzt alle die ganze Zeit zusammen sein und uns wahrscheinlich streiten werden. Und ich finde es nicht gut, dass ich so viel in der Schule verpasse. Ich werde die ganzen Sachen machen, die meine Lehrerin uns aufgegeben hat, und auch mal rausgehen und Ausflüge machen. Und ganz viel lesen. Und malen. Und spielen. Und „Logo“ gucken!

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