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Ein paar Stunden am Tag die Kinder betreuen und vielleicht etwas im Haushalt helfen – so stellen sich viele den Alltag als Au-pair vor. Bild: Picture-Alliance

Fehlende Vermittlungsstandards : Au-pair in Not

Pass und Geld geklaut, Schläge ins Gesicht: Deutsche Familien, die ihre jungen Gäste schlecht behandeln und ausbeuten – gibt es das wirklich oder handelt es sich um krasse Einzelfälle?

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          Raimond wir brauchen dich heute doch länger geht das von 16 Uhr nochmal? bekommst auch die 5 Euro wo T. gesagt hat.“ Das schreibt eine deutsche Gastmutter aus einer hessischen Kleinstadt ihrem Au-pair aus Zimbabwe im Februar dieses Jahres per Whatsapp. (Ein Screenshot liegt der F.A.Z. vor.) Es ist der Versuch, den Au-pair-Jungen Raimond Z. gegen eine Zahlung von fünf Euro dazu zu bringen, länger als die vertraglich festgelegten sechs Stunden pro Tag auf die Kinder der Familie aufzupassen. Der Deal, den T., der Gastvater, Raimond in Aussicht gestellt hat: Werden die sechs Stunden überschritten, gibt es pauschal einmalig fünf Euro zusätzlich. Egal, wie viele Stunden Raimond zusätzlich arbeitet.

          Katrin Hummel
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Aber ich bekam diese fünf Euro nur in den ersten zwei Wochen“, sagt Raimond, der inzwischen nicht mehr bei der Familie lebt. „Danach sagte meine Gastmutter: ,Du isst schließlich unser Essen und wohnst hier umsonst.‘ Ich hab nur gearbeitet, gearbeitet, gearbeitet, sechs Tage die Woche. Ich habe alles meinen Trainern im Sportverein erzählt, die meinten: ,Du musst da weg. Aber dann hast du kein Visum mehr.‘ Also dachte ich, ich muss bleiben.“

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