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Kampf um Kirchenreform : Wie eine junge Frau Priesterin werden will

Jacqueline Straub im Kreuzgang des Basler Münsters Bild: Patrick Junker

Jacqueline Straub ist jung, katholisch und will als Priesterin die Kirche aus dem Koma kicken. Dafür hat sie ein internationales Netzwerk aus Priestern und Ordensleuten aufgebaut – und kämpft jeden Tag für ihr Ziel.

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          Wenn Jacqueline Straub von sich sagt, dass sie keine Vorzeigekatholikin sei, dann meint sie, dass sie nicht jeden Donnerstag den Rosenkranz bete. Doch der Glaube ist so fest in ihr verwurzelt, dass sie ihm ihr ganzes Leben widmen will. Sie hat einen Traum: Priesterin werden in der katholischen Kirche. Jacqueline Straub ist 28 Jahre alt, spürte aber schon als Jugendliche das, was sie „das Brennen" nennt. Die Berufung zur Priesterin. Den Wunsch, zu taufen, zu predigen, Gottesdienste abzuhalten und die Beichte abzunehmen. Dieses Amt aber ist katholischen Frauen verwehrt.

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Katholizismus ist eigentlich eine emanzipierte Religion. Eigentlich. Durch die Taufe sind Frauen und Männer gleichwertig, es gibt die heilige Hildegard wie den heiligen Sebastian, Maria wird als Muttergottes verehrt. Trotzdem lehrt die Kirche, dass Gott nur Männer berufen hat, in der Nachfolge Jesu das Priestertum auszuüben. Jacqueline Straub hält das für Quatsch. „Für mich ist Jesus der Mittelpunkt“, sagt sie. Als unumstößlich betrachtet sie den Glauben an die Kreuzigung und Auferstehung Jesu sowie die Dreieinigkeit Gottes. Aber: Vor gut 50 Jahren hielten die meisten Pfarrer den Gottesdienst noch auf Latein und verwahrten sich gegen Ökumene. Erst mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil änderte sich das. Für Straub ist das ein Beweis dafür, dass viele Regeln menschengemacht sind und eine Interpretationssache.

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