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Rassismus in Deutschland : Moment, das ist nicht okay

  • -Aktualisiert am

Marvin Osei weiß, was Alltagsrassismus für die Betroffenen bedeutet. Bild: Dominik Gierke

Marvin Osei ist in Deutschland geboren, spricht perfektes Hochdeutsch und erlebt trotzdem Rassismus – weil seine Haut schwarz ist. Im Protokoll erzählt er davon.

          6 Min.

          Ich bin auf einer Autobahn mitten im Nirgendwo mit dem Motorrad unterwegs. Ich habe eine entspannende, mehrtägige Tour hinter mir und bin mal wieder spät für die Heimreise aufgebrochen. Nach der Dämmerung neigt sich die Tanknadel Richtung Null, ich muss auffüllen, sonst komme ich nicht mehr heim nach München. Was für ein Glück, da vorne kommt eine Tankstelle. Als ich die Ausfahrt nehme, fallen mir sofort mehrere Typen auf, die neben dem Parkplatz herumlungern. Sie sind groß, trinken Bier, und auf ihren Autos prangen Aufkleber in altdeutscher Schrift. Sie gucken zu mir herüber. Haben sie meine Hautfarbe unter dem Helm erkannt? Ich lasse es nicht darauf ankommen. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich lieber weiterfahren sollte.

          Situationen wie diese habe ich schon oft erlebt. Weil ich schwarz bin. Ich wurde in Duisburg als Sohn einer Deutschen und eines Ghanaers geboren und bin in Deutschland aufgewachsen. Zwischenzeitlich habe ich in Amsterdam studiert, in Frankreich und in den Niederlanden gearbeitet und fühle mich durch und durch als Europäer und Deutscher.

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