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Impfen und Streit schlichten : Wie ein indigener Stamm im Regenwald gerettet wird

Gewagte Expedition: Mitarbeiter der Indianerbehörde Funai untersuchen Mitglieder der Korubo. Bild: EPA

Eigentlich werden die indigenen Stämme im brasilianischen Regenwald in Ruhe gelassen – doch die Streitigkeiten zwischen zwei Stämmen bedrohen die Existenz des einen. Nun greifen die Behörden ein.

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          Es ist die aufwendigste und wohl auch gewagteste Expedition der brasilianischen Indianerbehörde Funai seit mehr als zwei Jahrzehnten. Eine Equipe mit mehr als 30 Personen war Mitte März aufgebrochen, um den Indianerstamm der Korubo zu suchen. Die Gemeinschaft, die im Indianerreservat Vale do Javari lebt, einem Gebiet von der Fläche Österreichs im hintersten Winkel Brasiliens, hatte bisher keinen Kontakt zur Außenwelt. Und eigentlich hätte das nach der Philosophie der Funai auch so bleiben sollen. In den achtziger Jahren hatte die brasilianische Indianerbehörde eine Politik des „Null-Kontaktes“ mit unberührten Indianerstämmen eingeführt. Doch im Falle der Korubo entschied sich die Funai nun für ein anderes Vorgehen.

          Tjerk Brühwiller

          Freier Berichterstatter für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Auslöser war ein andauernder Konflikt zwischen den Korubo und einem benachbarten Stamm, den Matis. Zwischen den beiden Stämmen herrschen seit längerem Spannungen, weil sich die Korubo immer weiter in die Gebiete der Matis vorwagen. Eine Gruppe von Angehörigen der Korubo, die im Zuge des Konflikts geflohen war und die Indianerbehörde aufgesucht hatte, sowie die Matis selbst baten die Funai um Hilfe, um den Konflikt zu entschärfen. Laut der Funai bestehe die Gefahr, dass einer der beiden Stämme ausgelöscht werde, falls der Konflikt anhielte – gewaltsam oder durch die Übertragung von Krankheiten.

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