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Die Guglmänner : Wie ein bayerischer Geheimbund einen König rehabilitieren will

  • -Aktualisiert am

Beweisstück II: Helms Kopie des Gutachtens zum „Uhrenparadox“, beschwert, natürlich, mit einer Ludwig-Büste Bild: Pahnke, Christina

War König Ludwig II. wirklich Mörder und Selbstmörder? Die Guglmänner wollen ihn rehabilitieren. Die Wurzeln des Geheimbunds reichen zurück ins 12. Jahrhundert – und sie sind bis heute aktiv, um den „König aller Könige“ zu ehren.

          5 Min.

          Man kann sich durchaus auf den Standpunkt stellen, dass für einen bayerischen König, der als Bauherr Stein gewordener Träume keine Kosten scheute, um Bayern zu einem Märchenland zu machen, der größte Gedanke gerade groß genug ist. So gesehen, sind diejenigen auf dem richtigen Weg, die zuletzt verlangten, man möge das zumindest in jungen Jahren sehr schöne Antlitz von Ludwig II. in die Kampenwand am Chiemsee meißeln. Vom größten Denkmal seit der Sphinx war die Rede.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Aber wer sind diejenigen? Es sind die Guglmänner: ein Geheimbund, dessen Wurzeln bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Nachdem sie als Getreue Kaiser Friedrich Barbarossas dessen Tod durch Kutte und Kapuze (Gugl) verborgen betrauert haben sollen, wurden sie später zum festen Bestandteil von Trauerzügen für verblichene bayerische Monarchen. Auch als LudwigII. am 19.Juni 1886 beigesetzt wurde, gingen 25 Guglmänner, in den Händen zwei gekreuzte Fackeln und das Wappen des Verstorbenen, dem Trauerzug voran. Den heutigen Guglmännern geht es vor allem um die Rehabilitierung des „Königs der Könige“. Die offizielle Version von dessen Tod lautet nach wie vor, er sei im Starnberger See (ehemals Würmsee) „ins Wasser gegangen“ und habe dabei seinen Arzt Bernhard von Gudden, der ihn womöglich davon abhalten wollte, mit in den Tod gerissen. Die Guglmänner bezweifeln das vehement.

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