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AfD will Denkmal errichten : Kölle Alarm

Immer kritisch mit der Obrigkeit: Der Karnevalist Karl Küpper Bild: Gerhard A. Küpper

Karl Küpper veralberte im Karneval noch 1937 den „deutschen Gruß“. Nun will die AfD das Gedenken an den Karnevalisten für ihre Zwecke kapern. Geht das gut?

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          Gerhard Küpper war erschüttert und alarmiert, als er vor wenigen Tagen erfuhr, dass die Kölner AfD seinen Vater für ihre Zwecke instrumentalisieren will. Karl Küpper stand „mit seiner karnevalistischen Unterhaltungskunst wie kein zweiter Kölner Karnevalist gegen die Nationalsozialisten“ ein, wie die Partei in einem Antrag für die Sitzung des Kölner Rats am 7. November formuliert. Ein Denkmal möchte die AfD für den berühmten Büttenredner errichtet sehen, zudem soll ein Karl-Küpper-Preis für die beste politische Büttenrede ausgelobt werden. Die Ideen hat die AfD abgekupfert. Denn eben das hat der Kölner Historiker Fritz Bilz schon im Frühjahr in einer Lokalzeitung gefordert.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Gerhard Küpper hält den AfD-Vorstoß nicht nur deshalb für eine Unverfrorenheit. „Er ist obendrein hinterhältig.“ Denn den Rechtspopulisten gehe es gar nicht um ein ehrendes Andenken für seinen Vater, sondern um Umdeutung und Propaganda. Tatsächlich begründet die AfD ihren Antrag auf perfide Weise, um sich selbst zum Opfer zu stilisieren: „In einer Zeit, in welcher politisch Andersdenkende zunehmend ausgegrenzt werden und der politische Diskurs scheinbar nur noch eine Meinung kennt, sollten wir uns solche Kölner ins Gedächtnis rufen.“

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