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Urlaub in der Pandemie : Noch viel Platz an der Sonne

Urlauber am Strand von Benidorm im Juni 2020 Bild: AFP

Der spanische Badeort Benidorm ist bekannt für Massentourismus. Doch selbst mit den ersten Briten, die schon wieder kommen, ist es ein verlorenes Jahr.

          5 Min.

          Vier mal vier Meter für maximal vier Personen. Links und rechts davon ein breiter Streifen für den Weg in die Wellen oder zur Strandpromenade. Mit blauen Kordeln ist in Benidorm die neue Normalität im Sand markiert. Wenn alle Quadrate voll sind, kennen die hundert neuen Strandwächter kein Pardon. Dann muss der Blick auf die Brandung aus der Ferne genügen. Das rigide Regiment in Spaniens größtem Badeort am Mittelmeer ist als vertrauensbildende Maßnahme gedacht: Sie soll den Urlaubern die Angst vor dem Coronavirus nehmen und sie nach Benidorm zurückbringen, das ohne sie nicht überleben kann. Im Sommer ist dort vor lauter Badegästen und Sonnenschirmen oft der Strand nicht zu sehen.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Mehr als 16 Millionen Touristen jährlich übernachteten in dem Wald von Hochhäuser. Nur in Barcelona und Madrid waren es mehr. Doch in Benidorm geht es zu, als nähme die Vorsaison kein Ende. Nur rund die Hälfte der 141 Hotels sind geöffnet. Seit das Coronavirus Spanien überrollte, ist der Sommerurlaub für viele zu einer Mutprobe geworden. „Wir sind seit März nicht mehr aus Madrid weggefahren und bleiben nur über das Wochenende“, sagt der Familienvater beim Einchecken an der Hotelrezeption über den ersten Ausbruchsversuch aus der spanischen Hauptstadt seit dem Beginn der Pandemie. Zuvor gönnten sich die meisten spanischen Gäste ein oder zwei Wochen Urlaub in Benidorm. In diesem Jahr dauern ihre Testreisen oft nur ein verlängertes Wochenende.

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