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Beisetzung von Sternenkindern : Ein leises Tschüss

Der Metallbaum, an dem die Eltern der toten Kinder beschriftete Blätter aufgehängt haben, am Grabfeld „Ein Hauch von Leben II“ für Sternenkinder auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. Bild: Frank Röth

Eltern, deren Kind im Mutterbauch gestorben ist, machen sich oft Vorwürfe. Unsere Autorin war bei einer Beisetzung dieser sogenannten Sternenkinder dabei.

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          Vor der mächtigen Trauerhalle auf dem Frankfurter Hauptfriedhof warten am letzten Tag im August etwa 40 Menschen. Sie scheinen sich nicht zu kennen. Es gibt keine Begrüßungen, kein Zusammenstehen in Kleingruppen, obwohl die Frauen und Männer einander vom Alter her recht ähnlich sind: etwa zwischen Ende 20 und Ende 30. Fast alle sind paarweise erschienen. Zwei haben einen Kinderwagen dabei. Ein Mann hält einen großen Stoffteddy in der Hand, die Frau an seiner Seite einen Blumenstrauß. Alle paar Minuten führt sie ein Taschentuch an die Augen. Zwei Seelsorgerinnen verteilen ein Blatt Papier, das in der Mitte gefaltet ist. Die meisten schlagen es auf und schauen angestrengt darauf. Die evangelische Pfarrerin im schwarzen Talar mit weißem Kragen spricht eine kurze Begrüßung. Sie sagt: „Es ist schön, dass Sie da sind – trotz des Kummers, den Sie in sich tragen.“ Dann setzt sich die Gruppe in Bewegung. Sie hat ein Ziel, das sie in diesem Moment eint: einen kleinen Sarg, in dem kleinste, zarte Wesen liegen – Sternenkinder.

          Eva Schläfer
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sternenkindern ist von der Natur ein irdisches Dasein vorenthalten worden. Sie starben im Mutterbauch, während der Geburt oder kurz danach. Es gibt keine eindeutige Definition des Be­griffs. Trotzdem wird er immer wieder, wie auch auf dem Frankfurter Hauptfriedhof, für jene Kinder verwendet, die als Fehlgeburt vor der 24. Schwangerschaftswoche und mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm zur Welt kommen. Diese beiden Grenzen markieren die Schwelle zur Lebensfähigkeit. Vor der 24. Woche ist speziell die Lunge noch so unreif, dass sie ihrer Funktion, den Körper mit Sauerstoff zu versorgen und den Abtransport von Kohlendioxid zu übernehmen, nicht ausreichend nachkommen kann.

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