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2021 verstorbene Prominente : Auch große Menschen müssen eines Tages gehen

Prinz Philip ist am 9. April, zwei Monate vor seinem 100. Geburtstag, verstorben. Bild: dpa

Von Prinz Philip über Friederike Mayröcker bis Alfred Biolek: Auch in diesem Jahr sind viele Ikonen und Prominente des öffentlichen Lebens verstorben. Eine Erinnerung an berühmte Menschen, die wir 2022 vermissen werden.

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          Ein langes Leben die Nummer zwei zu sein: Prinz Philip (gestorben am 9. April mit 99 Jahren) hat es mit Würde und beißendem Witz gemeistert. Seiner Frau und der Krone war er weit mehr als „der weltweit größte Experte fürs Enthüllen von Gedenktafeln“, als den er sich selbst mal beschrieb. Nur die Nummer drei war Michael Collins (28. April, 90): Während Neil Armstrong und Buzz Aldrin im Mondsand umherstapften, blieb der dritte Mann der Apollo-11-Mission am 21. Juli 1969 an Bord und umkreiste den Mond. Und vielleicht, weil ihm das eine Ehre war, stürzte er auch im späteren Leben nicht ab.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wenn Hans Küng (6. April, 93) und Uta Ranke-Heinemann (25. März, 93) gen Himmel blickten und auf die irdischen Prediger, sahen sie vieles anders als ihre Theologenzunft; dass die katholische Kirche beiden die Lehrerlaubnis entzog, machte die Kritiker nur noch prominenter. Eine große jüdische Stimme war Esther Bejarano (10. Juli, 96). Sie überlebte Auschwitz, wo sie im Mädchenorchester Akkordeon spielte, zog später von Israel zurück in die Bundesrepublik, widmete ihr Leben dem Kampf gegen das Vergessen und rappte noch mit über 90 Jahren mit der Band Microphone Mafia gegen Neonazis.

          Fußball-Hymne halt in den Stadien nach

          Historische und geographische Akkuratesse war keine Ambition der Winnetou-Filme; gedreht wurde in Kroatien, und neben Winnetou Pierre Brice gab es mit seiner Schwester Nscho-Tschi noch eine Französin am Set, nämlich Marie Versini (22. November, 81). Dass Mario Adorf die bezaubernde Nscho-Tschi erschoss, nahm man ihm noch Jahrzehnte später übel. Der Franzose schlechthin für die Kinowelt aber war Jean-Paul Belmondo (6. September, 88), der mit Boxergesicht und lässigem Charme Nouvelle-Vague-Dramen ebenso trug wie Actionkracher. Herbert Köfer (24. Juli, 100) war vor allem in der DDR ein Großer, 2017 kam er als ältester aktiver Schauspieler ins Guinness-Buch der Rekorde.

          Esther Bejarano überlebte Auschwitz und widmete ihr Leben dem Kampf gegen das Vergessen. Sie war bei ihrem Tod am 10. Juli 96 Jahre alt. Bilderstrecke
          2021 verstorben : Auch große Menschen müssen eines Tages gehen

          Erst 14 war Volker Lechtenbrink (22. November, 77), als er seine wohl wichtigste Rolle im Antikriegsfilm „Die Brücke“ spielte, doch auch später in „Derrick“ oder als Schlagersänger behielt der Mann mit der sonoren Stimme seine Würde. Dies verband ihn mit Thomas Fritsch (21. April, 77), der als hübscher Kino-Jungstar anfing, in späteren Jahren ein großer Synchron- und Hörspielsprecher war und dazwischen in etlichen Serien spielte. Der kanadische Charakterdarsteller Christopher Plummer (5. Februar, 91) wurde für seine Rolle in „Beginners“ mit 82 Jahren zum ältesten Oscar-Gewinner überhaupt – und ein paar Jahre darauf mit 88 Jahren für „Alles Geld der Welt“ zum ältesten Schauspieler mit Oscar-Nominierung. Einen anderen Rekord hält Heide Keller (27. August, 81): Niemand im deutschen Fernsehen spielte so lange eine Serienrolle wie sie, die 38 Jahre lang auf dem „Traumschiff“ die patente Chefhostess Beatrice war.

          Die zweiterfolgreichste Liverpooler Band nach den alles überstrahlenden Beatles zu sein war in den 1960ern das Schicksal von Gerry and the Pacemakers um Leadsänger Gerry Marsden (3. Januar, 78). Dass einer ihrer Songs bis heute in Fußballstadien angestimmt wird wie die Pace­makers-Version von „You’ll Never Walk Alone“, das haben die Beatles nicht geschafft. Bewundert und gefürchtet war der Musikproduzent Phil Spector (16. Januar, 81), dessen „Wall of Sound“ Welthits wie „Be My Baby“ prägte. Immer wieder hatte Spector Menschen mit Waffen bedroht, 2003 erschoss er die Schauspielerin Lana Clarkson und blieb bis zu seinem Tod im Gefängnis. Immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geriet der Rapper DMX (9. April, 50), der den Dämonen seiner harten Kindheit nicht entkam, den der Kampf gegen sie aber zu mehreren Nummer-eins-Alben inspirierte.

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