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Eine Frage der Herkunft : Millionen Amerikaner leben ohne fließend Wasser

  • -Aktualisiert am

Auch wer ans Trinkwassersystem angeschlossen ist, muss oft nachkaufen. In Kalifornien wird Leitungswasser durch Dürren immer wieder knapp. Bild: AFP

Eine funktionierende Wasserleitung in jedem Haus sollte selbstverständlich sein. In einem der reichsten Länder der Welt, den Vereinigten Staaten, ist es das nicht. Zumindest nicht für Minderheiten, wie eine neue Untersuchung zeigt.

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          In den Vereinigten Staaten, einem der reichsten Länder der Welt, leben mehr als zwei Millionen Menschen ohne Trinkwasser aus dem Hahn, Dusche und Toilette. Nach einer Untersuchung der Organisationen US Water Alliance und DigDeep lassen sich die Unterschiede in der Wasserversorgung vor allem an Herkunft und Einkommen festmachen.

          So liegt die Wahrscheinlichkeit, nicht an die Kanalisation angeschlossen zu sein, für indianische Haushalte etwa 19 Mal höher als für Weiße. Mehr als vier von zehn Angehörigen des Navajo-Stamms etwa steht kein fließendes Wasser zur Verfügung. Schwarze und Hispanischstämmige müssen doppelt so häufig auf fließendes Wasser verzichten wie Haushalte weißer Amerikaner.

          Die jetzt vorgestellte Studie, für die US Water Alliance und DigDeep zwei Jahre lang Daten sammelte, führt die Unterversorgung auf die weitverbreitete Praxis früherer Jahrzehnte zurück, Viertel mit Minderheiten nicht an Wasserleitungen und Kanalisation anzuschließen. Die Organisationen verwiesen etwa auf die Stadt Roanoke im Bundesstaat Virginia, die Leitungen in den sechziger Jahren nicht bis in traditionell afroamerikanische Stadtteile zog.

          Bei der Auswertung der Daten machten die Verfasser sechs „Hotspots“ mit unerwartet schlechter Wasserversorgung aus. Neben Gebieten im Süden von Texas, entlang der Grenze von Mississippi und Alabama, West Virginias Appalachen, Kaliforniens Central Valley und der Vier-Ecken-Region im Südwesten der Vereinigten Staaten fiel auch das amerikanische Außengebiet Puerto Rico durch mangelnde Infrastruktur auf.

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