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Ägypten und die Arabellion : 18 Tage im Winter

Aktuelles und vergangenes: der Tahrir-Platz in der Kairoer Innenstadt vor heute (links) und vor zehn Jahren. Er wurde zum Zentrum der Proteste, die Präsident Mubarak zum Rücktritt zwangen. Bild: AFP

Vor zehn Jahren begann die Revolution in Ägypten, als Teil eines hoffnungsfroh erwarteten „Arabischen Frühlings“. Unser Autor war als Student in Kairo dabei.

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          Es ist Mittag, ich stehe auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Etwas ist anders an diesem 25. Januar 2011. Der Platz ist voller Sicherheitskräfte. Neben den Polizisten in weißer Uniform sind Beamte der Zentralen Sicherheitskräfte mit Helm und Schlagstock angerückt. Etwas bahnt sich an.

          Seit Wochen planen Aktivisten über die sozialen Medien Proteste gegen das System. Auch mir ist das nicht entgangen. Ich lebe jetzt seit knapp einem halben Jahr in Kairo; am Sprachinstitut der American University studiere ich Arabisch. Erst vor wenigen Tagen bin ich aus dem Urlaub bei meinen Eltern zurückgekehrt. Dort hat auch mich der Sturz von Tunesiens Präsident Ben Ali überrascht. Und doch war ich mir sicher, die politischen Verhältnisse in Ägypten seien stabil, ein Umsturz unmöglich. Die Aufrufe zu Demonstrationen nehme ich nicht ernst, auch wenn im direkten Umfeld meiner ägyptischen Freunde und Bekannten Menschen darüber reden. Mein amerikanischer Mitbewohner Nick, der schon vor mir in Kairo gelebt hat, hat mir Demonstrationen in der Stadt so beschrieben: „Da sind dann ein paar Leute und viel mehr Polizisten, die sie im Stasi-Stil umzingeln.“

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