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Bundestagsabgeordnete : Kind oder Politik?

  • -Aktualisiert am

Ein Raucherzimmer, aber kein Spielzimmer: Das war lange Zeit Realität im Bundestag. Erst im Jahr 2017 wurde ein Raum für Kinder eingerichtet. Bild: Picture Alliance

Sogar im Bundestag tut sich etwas, wenn es darum geht, Beruf und Familie zu vereinbaren. Trotzdem: Noch immer ist kaum ein Job familienunfreundlicher als der des Abgeordneten.

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          Als die Grünen-Abgeordnete Franziska Brantner vom Europaparlament in den Bun­­destag kam, nach der Bundestagswahl 2013, war sie erst mal irritiert. Wo sollte ihre Dreieinhalbjährige denn hin, wenn sie zu Ab­stimmungen ins Plenum musste? Einen Betriebskindergarten gab es zwar, allerdings ist der für die Parlaments­ange­stellten vorgesehen. „Ich dachte: Es kann doch nicht sein, dass es hier ein Raucherzimmer gibt, aber kein Spielzimmer“, sagt Brantner.

          Das hat sich mittlerweile geändert, ein bundestagseigenes Spielzimmer wurde im Frühjahr 2017 eingerichtet. An den Abenden, wenn Kitas schon geschlossen sind, aber im Parlament noch debattiert wird, können Abgeordnete hier ihre Kinder betreuen lassen. Eine Entlastung zwar, eine Herausforderung bleibt die Be­­treuung für die Kleinen trotzdem. „Als meine Tochter noch klein war, sagte ich immer, ich führe neben meinem Job noch ein kleines Logistikunternehmen“, so Brantner. „Weil man unglaublich viel planen und organisieren muss und im Zweifel dann doch wieder irgendetwas da­zwischenkommt.“

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