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Bestattungskultur : Der Tod steht uns gut

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Ein letztes Ereignis. das geplant und kuratiert werden will: Beerdigungsszene aus dem Film „Die Apothekerin“. Bild: ddp Images

Das ganze Leben lang macht sich der eine mehr Gedanken darüber, was er anzieht, als der andere. Ein Thema ist es trotzdem für alle. Nur das letzte Hemd blieb bislang von dieser Frage oft ausgeschlossen. Warum eigentlich?

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          Gestorben und gegessen wird immer, höre ich meine Oma im Geiste noch sagen. Meine Großeltern führten zeit ihres Lebens eine Bäckerei in Mittelfranken. Seit 2014 sind beide tot. Auf die Frage, welche Kleidung sie für die letzte Ruhe ihrer Mutter ausgesucht habe, erwidert meine Mutter: „Ein schwarzes Kostüm und eine gute weiße Bluse.“ Ein Totenhemd kam ihr für ihre Mutter nicht in den Sinn, aber etwas Nicht-Schwarzes hielt sie für „irgendwie nicht festlich genug, beinahe pietätlos“.

          Ganz anders die letzten Auftritte dieser Ikonen: Marilyn Monroe wurde in ihrem mintfarbenen Lieblingskleid von Pucci beerdigt, um ihr platinblondes Haar war ein grünes Tuch drapiert. Der King of Rock ’n’ Roll, Elvis, wurde in einem weißen Anzug, hellblauen Hemd und weißer Krawatte zur Ruhe gebettet. Und der King of Pop, Michael Jackson, in einer weißen, perlenverzierten Jacke, die Ähnlichkeit mit jener hatte, in der er 1994 seinen Grammy entgegengenommen hatte. Sich vorzustellen, dass einer dieser drei Stars seine letzte Ruhe in einem Leichenhemd gefunden hätte oder in etwas einfach Schwarzem, ist schier unmöglich. Ein viel zu unspektakuläres Finale.

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