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Vorwürfe sexueller Übergriffe : Kevin Spacey plädiert auf nicht-schuldig

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Kevin Spacey erschien in dunklem Anzug, gemusterter Krawatte und Hemd zu dem Termin. Bild: Reuters

Kevin Spacey werden ein unsittlicher Angriff und Körperverletzung vorgeworfen. Ein Richter hat angeordnet, dass sich der Schauspieler dem angeblichen Opfer vorerst nicht mehr nähern darf.

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          Ein schweigender Kevin Spacey vor Gericht: Dem tief gefallenen Hollywoodstar ist im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts seine Anklage wegen eines sexuellen Übergriffs verlesen worden. Der Schauspieler ergriff während des weniger als zehn Minuten dauernden Gerichtstermins am Montag auf der Insel Nantucket nicht das Wort. Über seinen Anwalt plädierte der 59-Jährige jedoch in schriftlicher Form auf nicht schuldig.

          Ein Gerichtsangestellter trug die Beschuldigung vor, dass Spacey am 18. Juli 2016 in Nantucket einen „unsittlichen“ körperlichen Übergriff begangen habe. Dabei geht es um einen Vorfall in einem Restaurant der mondänen Ferieninsel, bei dem der Filmstar einen damals 18 Jahre alten Aushilfskellner betrunken gemacht und an den Penis gefasst haben soll. Spacey drohen bis zu fünf Jahre Haft.

          Richter Thomas Barrett ordnete an, dass Spacey keinen direkten oder indirekten Kontakt zu seinem mutmaßlichen Opfer aufnehmen dürfe, verhängte aber ansonsten keinerlei Auflagen gegen den Schauspieler. Spacey trug zu dem Termin einen grauen Anzug und eine gepunktete Krawatte und wirkte gefasst. Seit Ende 2017 erste Vorwürfe von sexuellen Übergriffen gegen ihn aufgekommen waren, war er weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden.

          Ermittlungen gegen Spacey in Los Angeles und London

          Die nächste Anhörung setzte Barrett für den 4. März an. Dann muss Spacey aber nicht persönlich erscheinen, sondern sich lediglich telefonisch zur Verfügung halten. Der zweifache Oscar-Preisträger hätte sich gerne auch seinen Gerichtsauftritt an diesem Montag erspart. Doch seinen Antrag, sich von seinen Anwälten vertreten zu lassen, hatte der Richter abgewiesen.

          Bei dem Termin am Montag gab der Richter einem Antrag von Spaceys Anwälten statt, die Smartphone-Daten des mutmaßlichen Opfers vom Zeitpunkt des Vorfalls bis sechs Monate danach aufzubewahren. Die Spacey-Anwälte äußerten die Einschätzung, dass die Daten „wahrscheinlich entlastende“ Informationen über ihren Mandanten enthielten.

          Der Aushilfskellner soll während des Vorfalls Nachrichten mit seiner Freundin ausgetauscht und auch ein Video mit seinem Smartphone gedreht haben. Er war nach seiner Schicht in dem Restaurant geblieben, um Spacey kennenzulernen. Gegenüber dem Schauspieler gab er sich als 23 Jahre alt aus – in Massachusetts ist der Konsum von Alkohol erst ab 21 Jahren erlaubt. Auf Drängen Spaceys habe er zunächst Bier und dann Whiskey getrunken, sagte der junge Mann aus. Der Schauspieler habe ihm dann mehrfach in die Hose gefasst.

          Das gerichtliche Prozedere in Nantucket befindet sich noch in der Anfangsphase. Doch handelt es sich um den ersten Fall, in dem Spacey ein Prozess droht. Daneben laufen Ermittlungen gegen den zweifachen Oscar-Preisträger in Los Angeles und in London, wo er zwischen 2004 und 2015 künstlerischer Leiter des Old-Vic-Theaters war.

          Bizarres Video zu Weihnachten

          Die Vorwürfe haben für Spacey bereits schwerwiegende Folgen gehabt – er fiel in der Branche in Ungnade und erlebte einen dramatischen Karriere-Absturz. Unter anderem verlor er seine Hauptrolle in der Netflix-Kultserie „House of Cards“. Zudem ging Regisseur Ridley Scott so weit, Spacey aus dem bereits abgedrehten Film „Alles Geld der Welt“ zu schneiden und im Eiltempo die Szenen mit Christoph Plummer nachzudrehen.

          Am 24. Dezember – dem Tag, an dem die Anklageerhebung in Nantucket bekannt wurde – stellte Spacey auf Youtube ein bizarres Video ein, in dem er offenbar in die Haut von Frank Underwood schlüpft – seine Rolle eines skrupellosen Präsidenten in „House of Cards“. In dem dreiminütigen Video sagt Spacey: „Ihr würdet kein Urteil vorschnell fällen, ohne die Fakten zu kennen, oder?“

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