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Ein Besuch bei Günther Krause : Ich hab’s geregelt

Bewegtes Leben: Günther Krause in seinem Büro in Kirchmöser vor historischen Bildern seiner politischen Laufbahn. Bild: Jens Gyarmaty

Für die DDR verhandelte Günther Krause einst den Einigungsvertrag, wurde Bundesminister und stürzte bis ins „Dschungelcamp“ ab. Wie er den Planeten vor dem Klimakollaps retten will, schreibt er in seinem Buch „Das ewige Licht“.

          8 Min.

          Günther Krause hat ein Buch geschrieben, und die erste Auflage ist schon ausverkauft. Sagt jedenfalls sein Verleger. Krause verspricht darin nichts weniger, als die Energieprobleme der Menschheit dauerhaft zu lösen und den Planeten vor dem Klimakollaps zu retten. Drunter macht es einer wie Krause nicht. Das war schon immer so bei ihm. Mal wollte er die Wohnungsfrage der Deutschen mit dem „Volkshaus“ beantworten, dann versuchte er aus Stroh und Abfall Öl zu gewinnen. Zwei Flaschen davon stehen noch auf seinem Schreibtisch mit Löwenkopf-Füßen vis-à-vis einem nicht minder beeindruckenden Bücherschrank. „Bevor Fragen kommen: Beide aus dem 16. Jahrhundert!“, doziert er. Darin liegt aufgeschlagen eine mächtige Bibel, angeblich genauso alt. Sein Büro im brandenburgischen Kirchmöser ist deutlich jünger, aber es wirkt, als sei es an diesem Tag eigens für den Reporterbesuch aufgeschlossen worden. Das Gartentor ist zugewachsen, die Briefkästen sind unbeschildert.

          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          In der Diele hängen jede Menge Bilder aus seinem früheren Leben. Krause mit Richard von Weizsäcker, Angela Merkel, Lothar de Maizière, Krause im Bundesverkehrsministerium, im Regierungsflugzeug und beim Papst. Der hieß damals Johannes Paul II. Jung, smart, schneidig wirkt Krause da, er war ja auch erst 36 Jahre alt, als er quasi aus dem Nichts für die DDR den Vertrag über die deutsche Einheit mit der Bundesrepublik verhandelte und am 31. August 1990 mit dem damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble im Kronprinzenpalais Unter den Linden in Berlin unterzeichnete.

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