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Violette Silberstein gestorben : Bach und Schumann für die SS

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Violette Jacquet-Silberstein im Juli 2013 Bild: AFP

Im Konzentrationslager spielte sie Geige für die Offiziere. Das rettete Violette Silberstein das Leben. Nun starb die Frau mit 88 Jahren in Paris.

          Eine der letzten Überlebenden des Frauenorchesters im NS-Konzentrationslager Auschwitz ist tot. Violette Jacquet-Silberstein starb am Dienstagabend im Alter von 88 Jahren in Paris, wie das Nationale Invalideninstitut (INI) am Mittwochabend mitteilte. Die aus einer ungarisch-jüdischen Familie stammende, in Rumänien geborene Geigenspielerin verdankte es ihrem musikalischen Talent, dass sie den Völkermord von Auschwitz überlebte. Das dortige Frauenorchester war im Juni 1943 von der SS gegründet worden, um die Offiziere zu unterhalten und den Marsch von Gefangenen auf dem Hin- und Rückweg zur Zwangsarbeit zu begleiten.

          Violette Silberstein war als Mädchen mit ihren Eltern nach Frankreich gekommen, wo sie im Alter von sieben Jahren das Geigenspielen lernte. 1943 wurde sie mit ihrer Familie nach Auschwitz deportiert, wo sie am 2. August ankamen. Direkt nach der Ankunft des Zuges wurde die Familie getrennt, ihre Eltern sah die junge Frau danach nie wieder.

          Für das Lagerorchester wurden damals Musikerinnen gesucht, und Dirigentin Alma Rosé, die Nichte des Komponisten Gustav Mahler, wählte sie aus. „Die Musik hat mich gerettet“, sagte Silberstein später, die 15 Monate lang für die Nazis in Auschwitz Stücke von Bach oder Schumann spielen musste.

          1944 wurde Silberstein nach Bergen-Belsen gebracht, in derselben Gruppe wie Anne Frank. Am 15. April 1945 wurde sie von Briten befreit. Nach dem Krieg hörte die junge Frau auf, Geige zu spielen. „Aber nicht wegen der Lager. Einfach, weil ich zu schlecht war“, sagte sie dazu. Sie sang aber in Kabaretts in Paris und in Toulon. Später berichtete sie lange Jahre in Schulen über ihr Leben und veröffentlichte eine Autobiographie.

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