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Verschollene Amelia Earhart : Das Skelett von Nikumaroro

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Königin der Lüfte: Das Schicksal der amerikanischen Flugpionierin Amelia Earhart treibt bis heute ihre Landsleute um. Bild: AFP

Vor 75 Jahren startete Amelia Earhart zu ihrem letzten Flug. Ob sie tatsächlich über einer Pazifikinsel abstürzte und zunächst überlebte, soll nun eine Expedition klären.

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          Nur wenige Staatsgäste haben die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton so emotional erlebt wie die Besucher auf der Pazifikinsel Kiribati, über der die Flugpionierin Amelia Earhart vor 75 Jahren angeblich verschwand. „Als ich ein kleines Mädchen war, hat mir meine Mutter oft von ihr erzählt. An Amelia Earhart habe ich gesehen, dass es Frauen gibt, die selbst unter schwierigsten Umständen gesellschaftliche Barrieren, Distanzen und auch die Grenzen der Schwerkraft überwinden“, sagte Hillary Clinton bei einem Empfang vor einigen Wochen. Earharts Vorbild habe sie als Dreizehnjährige angespornt, beruflich nach den Sternen zu greifen: „Ich schrieb an die Raumfahrtbehörde Nasa und wollte wissen, wie ich Astronaut werden könnte. Als sie antwortete, dass es keine weiblichen Astronauten geben würde, war ich ziemlich geknickt.“

          Hillary Clintons Faible für die Fliegerei und Washingtons Bemühen, die verkümmerten Beziehungen zu den Pazifikstaaten wiederzubeleben, mündeten jetzt in einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit des Außenministeriums mit der Internationalen Organisation zur Bergung historischer Flugzeuge (Tighar) aus Wilmington im amerikanischen Bundesstaat Delaware. Wenn die Gruppe auf der Suche nach Earharts Lockheed Electra am Dienstag von Hawaii nach Kiribati aufbricht, hat sie neben Multistrahl-Echoloten und Unterwasserrobotern auch ein vergilbtes Foto dabei, auf dem der Nachrichtendienst des State Department Unerwartetes entdeckt hat. „Die Fotoexperten haben das Fahrwerk einer Electra erkannt, das aus dem Wasser ragt. Es stützt unsere These, dass Earhart damals sicher auf einem Riff der Kiribati-Insel Nikumaroro gelandet ist und tagelang Notsignale sendete“, so der Gründer von Tighar, Richard Gillespie. „Amelia Earhart ist nicht einfach verschwunden.“

          Entführt? Durchgebrannt? Untergetaucht?

          Earharts rätselhaftes Schicksal fasziniert ihre Landsleute bis heute. Mit einem Abstecher über die gerade fertiggestellte Golden Gate Bridge in San Francisco hatte sich die Pilotin am 17. März 1937 verabschiedet, um als erste Frau die Welt zu umkreisen. Nach Solo-Abenteuern über den Atlantik und dem ersten Non-stop-Flug einer Frau von Küste zu Küste trauten die Amerikaner der als „Königin der Lüfte“ gefeierten 39 Jahre alten Abenteurerin auch die mehr als 47 000 Kilometer lange Reise entlang des Äquators zu. Präsident Franklin D. Roosevelt bot der Rekordversuch zudem die Gelegenheit, die während der Weltwirtschaftskrise schwindende Hoffnung auf den Aufschwung zu stärken.

          Überraschend musste Earhart ihren Flug aber schon nach der ersten Etappe von Kalifornien nach Honolulu abbrechen, als die Electra beim Start in Hawaii beschädigt wurde. Mit dem Navigator Fred Noonan wagte die für eine Mischung aus Extravaganz und Disziplin berühmte Pilotin am 1. Juni 1937 dennoch den zweiten Versuch. Von Miami flog die Electra mit den orangefarbenen Streifen über Südamerika, Afrika, Indien und Südostasien, bevor sie nach 29 Tagen und 38 000 Kilometern auf dem Flughafen von Lae in Papua-Neuguinea landete. Nach dem telefonischen Reisebericht an die „New York Herald Tribune“ und einem Telegramm an ihren Ehemann, den New Yorker Verleger George Palmer Putnam, brach Earhart am 2. Juli 1937 zu ihrem letzten Flug auf. Als Ziel hatte die Pilotin die etwa 4200 Kilometer entfernte Pazifikinsel Howland gewählt.

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