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Panne bei „Game of Thrones“ : Der Fauxpas mit dem Starbucks-Becher

  • -Aktualisiert am

Perfekte Frisuren, aparte Kostüme: Jon Schnee (Kit Harington) und Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) könnten einen Kaffee gebrauchen. Bild: dpa

Drachen, Mord und Caffè Latte: In der aktuellen Folge von „Game of Thrones“ ist ein Starbucks-Becher zu sehen. Amüsement und Spott ließen nicht lange auf sich warten.

          Brecht wäre begeistert gewesen. Es ist ein Verfremdungseffekt wie aus dem Handbuch fürs Epische Theater. Am Sonntag strahlte der amerikanische Bezahlsender HBO die vierte Folge der letzten Staffel von „Game of Thrones“ aus. Die Liebe zum Detail ist in jeder Szene zu erkennen: Der Schnee rieselt leise, die Frisuren sitzen gut, die Kostüme noch viel besser.

          Einziger Schönheitsfehler: ein To-go-Becher der Kaffeehauskette Starbucks. Er steht zwischen den Kerzen, Schüsseln und Schmankerln eines Festgelages. Die Drachenkönigin Daenerys (Emilia Clarke), die auf einem Holzstuhl und noch nicht auf dem Eisernen Thron sitzt, schaut lässig darüber hinweg.

          Im Gegensatz zu Millionen Zuschauern. Die Twitter-Gemeinde reagierte prompt und machte sich vor allem über die komplizierten Namen der Serienfiguren lustig. Wie wollten es die Mitarbeiter von Starbucks nur schaffen, diese fehlerfrei auf einen Pappbecher zu schreiben? Ein User witzelt, aus Daenerys würde am Ende wohl Denise. Ein anderer postete ein modifiziertes Starbucks-Logo, das schon länger auf Stickern und T-Shirts zu haben ist. Statt der Sirene ziert ein heulender Wolf die Mitte, den Rahmen bildet der Schriftzug „Winterfell Coffee“. In „Game of Thrones“ ist Winterfell der Sitz des Hauses Stark.

          Die Macher der Serie beweisen zum Glück Humor. Sie twitterten, ihnen sei mit dem Caffè Latte ein Fehler unterlaufen – „Daenerys hatte einen Kräutertee bestellt“. Starbucks äußerte derweil Verwunderung darüber, dass sich die Königin nicht für den Dragon Drink aus Mango und Drachenfrucht entschieden habe. Hauke Richter, einer der künstlerischen Leiter von „Game of Thrones“, sagte dem Magazin „Variety“, solche Fehler seien nicht unüblich. Die Angelegenheit werde nun unverhältnismäßig aufgeblasen, weil sich die Fans an die Akkuratesse der Serie gewöhnt hätten.

          Ob Product-Placement, Schludrigkeit oder postmoderner Meta-Scherz: Der Starbucks-Becher musste für Aufsehen sorgen, weil Film- und Serienfehler unter Fans schon lange mit Gusto herumgereicht werden. In „Herr der Ringe: Die Gefährten“ ist ein Auto zu sehen, in „Pulp Fiction“ befinden sich schon vor einer Schießerei die Einschusslöcher in der Wand, in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ blitzt der Kameramann während einer Kampfszene in einem Spiegel auf. Der Starbucks-Becher ist da eine hübsche Ergänzung. Bald dürfte er aber schon wieder kalter Kaffee sein.

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