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Verblüffende Ähnlichkeit : David der Große

Um 1794: Katharina II. Bild: Bridgeman

David Cameron und Katharina die Große ähneln sich verblüffend. Das war nicht nur der Eindruck einer Studentin: Die beiden sind doch wirklich miteinander verwandt.

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          Als die britische Politik-Studentin Sophie Gadd Anfang der Woche ein Gemälde im Berliner Deutschen Historischen Museum betrachtete, fiel ihr etwas auf: „Dieses Bild einer Frau des 18. Jahrhunderts sieht genauso so aus wie David Cameron in Frauenkleidern“, twitterte sie – und landete einen Volltreffer.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Nach nur wenigen Stunden sprangen die Zeitungen im Vereinigten Königreich darauf an und gingen der erstaunlichen Ähnlichkeit mit dem Premierminister nach. Schließlich geht es nicht um irgendeine Frau, sondern um die russische Herrscherin Katharina die Große, porträtiert um 1794 von Johann Baptist von Lampi dem Ältern.

          Um 2013: David Cameron

          Dass deutsches Blut in David Cameron fließt, ist nichts Neues: Seine Familie soll in direkter Linie von König William IV. abstammen, dem fünften britischen Regenten aus dem Haus Hannover. Katharina, die als Sophie Friederike Auguste von Anhalt-Zerbst in Stettin geboren wurde, könne den Welfen genetisch eigentlich nur über einen Seitensprung nahegekommen sein, spekulierte der „Guardian“. Doch dann platzte das Intellektuellen-Magazin „Spectator“ mit einer seltenen „Exklusivnachricht“ heraus: Eigene Recherchen hätten ergeben, dass Williams Großvater Frederick Louis – wegen seiner unerfüllten Hoffnungen auf den Thron auch „Poor Fred“ genannt – ein Cousin Katharinas gewesen sei, wenn auch nur zweiten Grades.

          Für David Cameron, der erst drei von Katharinas 34 Amtsjahren hinter sich hat, ist das frische Abstammungs-Merkmal von ambivalentem Nutzen. Zwar stellt er sich gerne in die Nachfolge politisch entschiedener Frauen – zuletzt bekannte er sich zu Margaret Thatcher. Aber Verbindungslinien zur promisken, angeblich grenzgängerischen Zarin können im prüden Königreich auch schaden. Bislang schweigt Cameron, während die junge Studentin über ihre „surreale Erfahrung“ staunt. Am Mittwoch zeigte sie sich überwältigt vom Wirbel, den ihr kleiner Tweet hervorgerufen hat. Und sie kündigte an, fortan öfter ins Museum zu gehen.

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