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In den USA : Ehefrau von „El Chapo“ zu 36 Monaten Gefängnis verurteilt

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Verurteilt: Emma Coronel Aispuro, die Frau von „El Chapo“ Bild: dpa

Die frühere Schönheitskönigin und Ehefrau des Drogenbosses „El Chapo“ muss zudem eine Geldstrafe in Millionenhöhe zahlen. Vor dem Gericht zeigte sie Reue. Ihrem Mann soll sie laut Staatsanwaltschaft bei der Flucht aus einem Gefängnis geholfen haben.

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          Wegen ihrer Beteiligung am Drogen-Imperium ihres Mannes ist die Ehefrau des früheren mexikanischen Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán in den USA zu 36 Monaten Haft verurteilt worden. Ein Bundesrichter in der Hauptstadt Washington entschied am Dienstag zudem auf anschließende vier Jahre Bewährung und eine Geldstrafe in Höhe von 1.499.970 Dollar (rund 1,33 Millionen Euro), wie das US-Justizministerium am Dienstag (Ortszeit) mitteilte.

          Emma Coronel wurden drei Anklagepunkte vorgeworfen: Verschwörung zum Schmuggel der Drogen Kokain, Heroin, Methamphetamin und Marihuana in die USA, Verschwörung zu Geldwäsche und Verletzung von US-Sanktionen gegen Guzmán. Die 32-Jährige, die sowohl die US-amerikanische als auch die mexikanische Staatsbürgerschaft besitzt und früher einmal Schönheitskönigin war, war am 22. Februar am internationalen Flughafen von Washington festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft forderte in der Folge vier Jahre Haft. Richter Rudolph Contreras hielt Coronel aber am Dienstag ihr Schuldeingeständnis und die Tatsache zugute, dass sie sehr jung gewesen sei, als sie Guzmán geheiratet habe. Die neun Monate, die sie bereits in Untersuchungshaft verbracht hat, werden auf die Haftstrafe angerechnet.

          Coronel zeigte vor dem Gericht Reue. „Ich will mein echtes Bedauern über jeden Schaden zum Ausdruck bringen, den ich angerichtet habe“, sagte Coronel vor Gericht. „Ich leide unter dem Schmerz, den ich meiner Familie zugefügt habe.“

          Sie half ihrem Mann bei der Flucht aus dem Gefängnis

          Die Ehefrau von „El Chapo“ spielte nach Angaben der Staatsanwaltschaft beim Drogenschmuggel ihres Mannes nur eine „minimale Rolle“. „Die Angeklagte war keine Anführerin, Organisatorin, Bossin oder sonst irgendeine Managerin“, sagte Staatsanwalt Anthony Nardozzi. „Sie war eher ein Rädchen im sehr großen Getriebe einer kriminellen Organisation.“ Nach Angaben der Staatsanwaltschaft half sie ihrem Mann aber bei dessen Flucht aus einem mexikanischen Gefängnis im Jahr 2015. Sie soll demnach insgesamt von 2011 bis 2017 an den Aktivitäten des Sinaloa-Kartells beteiligt gewesen sein.

          „El Chapo“ hatte das mächtige und brutale mexikanische Kartell etwa 25 Jahre lang angeführt. Inzwischen sitzt er in einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Colorado. Ein Gericht in New York hatte ihn im Juli 2019 zu lebenslanger Haft plus 30 Jahre verurteilt – Coronel war damals unter den Zuschauern im Gerichtssaal. Eine Jury befand den heute 64 Jahre alten Guzmán in einem der größten Drogenprozesse der amerikanischen Geschichte in allen zehn Anklagepunkten für schuldig – darunter Beteiligung an einer Verbrecherorganisation, Herstellung und internationale Verbreitung von Kokain und Heroin sowie Geldwäsche und Schusswaffengebrauch.

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